Starke Zahnschmerzen beim Kauen am Backenzahn? Ursachen, Sofortmaßnahmen & Lösungen
Wenn ein Backenzahn bei jedem Biss schmerzt, ist das nicht nur unangenehm — es kann ein Zeichen für eine ernsthafte Zahnerkrankung sein. Hier erfahren Sie, warum Schmerzen beim Kauen auftreten, wie Sie erste Linderung erreichen und welche Behandlungen möglich sind.
Schmerzen beim Kauen am Backenzahn können plötzlich oder schleichend auftreten. Manchmal sind sie nur kurz und intensiv, in anderen Fällen ziehen sie sich über Tage oder Wochen. Dieser Ratgeber erklärt die häufigsten Ursachen, wie Sie die Beschwerden zuhause lindern können und wann ein Zahnarztbesuch dringend nötig ist.
Häufige Ursachen für Zahnschmerzen beim Kauen (Backenzahn)
Die Schmerzen beim Zubeißen entstehen meist durch Druck auf den Zahn oder eine Reizung des Zahnnervs. Wichtige Ursachen sind:
- Karies: Ein Loch kann bis in das Zahnbein (Dentin) oder sogar bis zum Nerv vordringen und beim Kauen scharfe oder pochende Schmerzen verursachen.
- Zahnwurzelentzündung (Pulpitis): Wenn die Entzündung der Pulpa (Nerv/Blutgefäße) weit fortgeschritten ist, reagiert der Zahn besonders beim Druck schmerzhaft.
- Abszess: Eitrige Entzündungen an der Wurzelspitze führen zu starken, oft pulsierenden Schmerzen und Schwellungen.
- Riss/Fraktur des Zahns: Ein Riss durch Kauen auf harte Nahrung verursacht plötzlich scharfen Schmerz, der beim Loslassen wieder nachlassen kann.
- Probleme mit Füllungen oder Kronen: Zu hohe oder undichte Restaurationen verursachen Druckschmerz beim Kauen.
- Parodontitis: Entzündetes Zahnfleisch und gelockerte Zähne können beim Kauen schmerzen, besonders an den Backenzähnen.
- Nach Zahnbehandlung: Nach einer Füllung oder Wurzelbehandlung sind Druckempfindlichkeit und Schmerzen bis zu einigen Tagen möglich.
Symptom-Check: Welches Muster hilft bei der Einordnung?
- Nur beim Kauen / Druck: Häufig Riss, defekte Füllung oder hohe Füllungen.
- Ständig, pochend: Hinweise auf Abszess oder fortgeschrittene Pulpitis.
- Empfindlich auf Hitze/Kälte: Frühere Karies oder Dentinüberempfindlichkeit; wenn Hitze Schmerzen verstärkt, kann das auf eine tiefe Entzündung hindeuten.
- Begleitende Schwellung oder Fieber: Möglicher Abszess — sofortiger Zahnarztkontakt empfohlen.
Sofortmaßnahmen zuhause
Bis zum Zahnarztbesuch können diese Maßnahmen die Schmerzen lindern:
- Schonende Mundhygiene: Mit weicher Bürste und vorsichtigem Interdentalreinigen, um keine zusätzlichen Reizungen zu verursachen.
- Schmerzmittel: Ibuprofen oder Paracetamol nach Packungsangabe können helfen. Bei Unsicherheit Rücksprache mit Arzt/Apotheker.
- Kalte Kompresse: Äußerlich auf die Wange legen (10–15 Minuten), um Schwellung und Schmerz zu reduzieren.
- Vermeiden Sie harte, klebrige oder sehr heiße Speisen, die Druck oder Temperaturreize auslösen könnten.
- Salzwasser-Spülung: 1/2–1 Teelöffel Salz in einem Glas warmem Wasser spülen, mehrmals täglich, um Bakterien zu reduzieren.
Wann zum Zahnarzt?
Suchen Sie zügig zahnärztliche Hilfe, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:
- Starke, anhaltende Schmerzen beim Kauen, die nicht auf Schmerzmittel ansprechen.
- Schwellung im Gesicht, Eiterbildung oder Fieber — Zeichen eines Abszesses.
- Anhaltende Überempfindlichkeit auf Wärme deuten auf eine tiefe Entzündung hin.
- Plötzliche Zunahme der Beschwerden nach einer Füllung oder Krone.
Der Zahnarzt wird eine klinische Untersuchung durchführen, Röntgenaufnahmen anfertigen und so die Ursache (z. B. Karies, Riss, Abszess) genau bestimmen.
Mögliche Behandlungsoptionen
- Neue oder angepasste Füllung/Krone: Bei undichter oder zu hoher Füllung wird diese korrigiert.
- Wurzelbehandlung: Bei entzündetem oder abgestorbenem Nerv ist dies häufig die Rettung des Zahns.
- Zahnextraktion: Wenn der Zahn nicht mehr erhalten werden kann, ist Ziehen die letzte Option, oft gefolgt von Implantat oder Brücke.
- Antibiotika: Bei ausgedehnter Infektion/Abszess ergänzend zur Behandlung, nicht als alleinige Lösung.
- Aufbisskorrektur: Bei falschem Biss oder Bruxismus (Zähneknirschen) werden Aufbissschienen oder Korrekturen empfohlen.
Prävention — So vermeiden Sie Zahnschmerzen beim Kauen
- Regelmäßige Kontrollen (mind. 1–2x jährlich) beim Zahnarzt.
- Gründliche Mundpflege: 2x täglich putzen, täglich Zahnseide oder Interdentalbürsten.
- Zucker- und säurearme Ernährung verringern das Kariesrisiko.
- Bei Zähneknirschen: nächtliche Schiene durch den Zahnarzt anpassen lassen.
Wo finde ich weitere verlässliche Informationen?
Vertiefende Informationen gibt es zum Beispiel bei der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung oder der Patienteninformationsseite Ihrer Zahnärztekammer. Für medizinische Hintergründe sind Portale wie Apotheken Umschau hilfreich.
Kurzes FAQ
Schmerzt jeder Riss im Zahn stark?
Nicht immer — kleine Haarrisse können vorübergehend kaum spürbar sein, größere Risse verursachen jedoch Druckschmerz beim Kauen.
Können Antibiotika die Schmerzen dauerhaft beseitigen?
Antibiotika bekämpfen die Infektion, beseitigen aber nicht die Ursache (z. B. abgestorbener Nerv) — oft ist eine zahnärztliche Behandlung zusätzlich nötig.
Hilft eine Wurzelbehandlung immer?
In den meisten Fällen ja: Sie entfernt den entzündeten Nerv und erhält den Zahn. Manche Zähne können jedoch komplexe Anatomien haben, die zusätzlichen Aufwand erfordern.
Fazit
Zahnschmerzen beim Kauen am Backenzahn sind ein häufiges, aber potenziell ernstes Symptom. Frühes Handeln — schmerzlindernde Hausmittel und vor allem zeitnahe Untersuchung durch den Zahnarzt — erhöht die Chancen, den Zahn zu erhalten. Wenn Schwellungen, Fieber oder anhaltende starke Schmerzen auftreten, suchen Sie bitte umgehend zahnärztliche oder ärztliche Hilfe.
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