Lip Flip Risiken: Sicher entscheiden vor der Botox‑Behandlung
Ein Lip Flip mit Botulinumtoxin verspricht subtile, natürlich wirkende Lippenveränderungen — aber keine ästhetische Behandlung ist risikofrei. Dieser Artikel erklärt übersichtlich, welche Risiken beim Lip Flip auftreten können, wie häufig sie sind, welche Ursachen sie haben und wie Sie sich sinnvoll vorbereiten und nachsorgen.
Kurz erklärt: Was ist ein Lip Flip?
Beim Lip Flip wird Botulinumtoxin (häufig als "Botox" bezeichnet) gezielt in den Muskel oberhalb der Oberlippe injiziert. Durch eine leichte Entspannung des Muskels rollt die Oberlippe optisch nach außen, die Lippe wirkt voller — ganz ohne Filler. Die Wirkung setzt innerhalb weniger Tage ein und hält in der Regel 8–12 Wochen.
Welche Nebenwirkungen und Lip Flip Risiken sind möglich?
Bei korrekter Anwendung sind viele Nebenwirkungen leicht und vorübergehend. Dennoch sollten Sie die möglichen Komplikationen kennen:
- Rötung, Schwellung, leichte Schmerzen und Bluterguss an den Einstichstellen – meist kurzzeitig.
- Ungleichmäßige Lippe / Asymmetrie durch ungleichmäßige Injektion oder unterschiedliche Muskelantwort.
- Zu starkes Absinken der Oberlippe, wodurch die Lippe „schlaff“ oder der Zahnfleischrand stärker sichtbar wirkt.
- Beeinträchtigung von Sprechen oder Essen (z. B. verändertes Sprechen, Schwierigkeiten beim Trinkvorgang) – in der Regel temporär.
- Ptosis (Herabhängen) einer Augenlider oder Gesichtslähmung, wenn das Toxin an benachbarte Muskeln wandert – seltener, kann aber Wochen andauern.
- Allergische Reaktion – sehr selten, aber möglich (Juckreiz, Schwellung, Hautausschlag, in extrem seltenen Fällen Atemprobleme).
- Infektion an der Einstichstelle – bei mangelnder Hygiene oder Wundpflege.
- Länger anhaltende oder ungewollte Wirkungen, wenn die Dosierung zu hoch war oder ungewöhnlich auf das Präparat reagiert wird.
Wie häufig sind schwerwiegende Komplikationen?
Schwerwiegende Komplikationen sind beim fachgerecht durchgeführten Lip Flip selten. Viele Effekte (Rötung, Schwellung, leichte Asymmetrien) sind häufig, aber mild und reversibel. Komplikationen wie Ptosis oder ausgedehnte Paralyse treten deutlich seltener auf, können aber mehrere Wochen andauern, bis das Toxin abgebaut ist.
Wodurch entstehen Lip Flip Risiken?
- Fehlplatzierung oder Überdosierung – ein häufiger Grund für Asymmetrien oder zu starke Muskelschwächung.
- Unerfahrene Behandler ohne anatomische Kenntnisse erhöhen das Risiko, dass das Toxin an benachbarte Muskeln gelangt.
- Individuelle Empfindlichkeit gegenüber Botulinumtoxin oder unerkannte Erkrankungen (z. B. neuromuskuläre Erkrankungen).
- Mangelnde Hygiene während der Behandlung oder schlechte Nachsorge können Infektionen begünstigen.
Wer sollte keinen Lip Flip bekommen?
Ein Lip Flip ist nicht für jede Person geeignet. Zu den Kontraindikationen oder Warnhinweisen gehören:
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Bekannte Allergie gegen Inhaltsstoffe des Präparats
- Neuromuskuläre Erkrankungen (z. B. Myasthenia gravis)
- Akute Infektionen oder Entzündungen im Behandlungsbereich
- Blutgerinnungsstörungen oder Behandlung mit bestimmten Blutverdünnern (erhöhtes Blutungsrisiko)
Bei Unsicherheit: immer vorher mit dem behandelnden Arzt die Krankengeschichte und Medikamente durchgehen.
Vorbereitung: Wie Sie Risiken reduzieren
- Wählen Sie qualifiziertes Personal: Dermatologe, plastischer Chirurg oder erfahrener Ästhetik-Mediziner mit Zertifikaten und guten Referenzen.
- Beratung und Aufklärung: Lassen Sie sich ausführlich über mögliche Risiken, erwartbare Ergebnisse und Alternativen informieren.
- Medikamenten-Check: Verzichten Sie einige Tage vor der Behandlung (nach Absprache) auf blutverdünnende Medikamente und bestimmte Nahrungsergänzungsmittel wie Fischöl, Vitamin E oder Aspirin, um Blutergüsse zu verringern.
- Keine Partys: Vermeiden Sie Alkohol 24 Stunden vor dem Eingriff, um das Blutungsrisiko zu reduzieren.
Nachsorge: Was tun, wenn etwas auftritt?
- Nicht reiben oder massieren der Einstichstellen in den ersten 24 Stunden.
- Keine anstrengenden sportlichen Aktivitäten, Sauna oder heiße Bäder in den ersten 24–48 Stunden.
- Bei Bluterguss: Kühlung, ansonsten Salben/Heparinpräparate nach Rücksprache.
- Leichte Schmerzen: Paracetamol ist meist geeignet; NSAIDs nur nach Rücksprache.
Bei auffälligen Symptomen wie Atemnot, starken Schluck- oder Sprechstörungen, anhaltender Einseitigkeit des Gesichts oder Anzeichen einer Infektion (starke Rötung, Eiter, Fieber) suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf.
Alternativen zum Lip Flip
- Hyaluron-Filler: Verhältnisweise vorhersehbare Volumenzunahme, länger anhaltend, aber andere Risiken (z. B. Gefäßverschlüsse) vorhanden.
- Topische Plumper / kosmetische Maßnahmen: Kurzfristig, weniger invasiv, allerdings nur temporärer Effekt.
- Chirurgische Methoden (Lippenaugmentation, fat grafting): Langfristiger, aber mit OP‑Risiken verbunden.
Fazit: Abwägen statt überstürzen
Ein Lip Flip ist eine relativ schonende Methode, um die Lippenoptik zu verändern. Die häufigsten Lip Flip Risiken sind meist mild und reversibel, schwerwiegende Komplikationen sind selten — vorausgesetzt, die Behandlung erfolgt durch einen erfahrenen, qualifizierten Behandler und nach sorgfältiger Anamnese. Informieren Sie sich umfassend, stellen Sie Fragen zur Technik und zu möglichen Nebenwirkungen und vereinbaren Sie bei Unsicherheiten eine Voruntersuchung.
Weiterführende Infos von Fachgesellschaften finden Sie hier: Deutsche Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie (DGPRÄC) und Gesundheitsinformation.de (IQWiG). Bei konkreten Beschwerden suchen Sie bitte einen Arzt auf.
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