Röntgen Zähne: Wann es nötig ist, wie sicher es ist und welche Arten es gibt
Röntgenaufnahmen sind ein wichtiges Diagnosewerkzeug in der Zahnmedizin. Dieser Artikel erklärt verständlich, wann ein Röntgen der Zähne sinnvoll ist, welche Verfahren es gibt, wie hoch die Strahlenbelastung ist und worauf Sie bei Schwangerschaft, Kindern und Kosten achten sollten.
Warum Röntgen Zähne?
Röntgenaufnahmen liefern Informationen, die mit bloßem Blick nicht erkennbar sind: Karies zwischen den Zähnen, versteckte Wurzelentzündungen, Knochenabbau bei Parodontitis oder die Lage von Weisheitszähnen. Das macht das Röntgen der Zähne oft notwendig für eine sichere Diagnose und Therapieplanung.
Gängige Röntgenverfahren in der Zahnmedizin
- Bissflügelaufnahme (Bitewing): Kleine, zweidimensionale Bilder zur Erkennung von Approximal-Karies (zwischen den Zähnen). Häufige Indikation bei Kontrolluntersuchungen.
- Periapikale Aufnahme: Darstellung eines oder weniger Zähne inklusive Wurzelspitze; wichtig bei Wurzelbehandlungen und Abszessen.
- Orthopantomogramm (OPG) / Panoramaschichtaufnahme: Übersichtsaufnahme des gesamten Zahnbogens; nützlich vor Implantationen, bei Kiefergelenks- und Weisheitszahnfragen.
- 3D-Röntgen / Digitale Volumentomographie (DVT / CBCT): Dreidimensionale Darstellung für komplexe chirurgische Planungen (Implantate, komplizierte Zahnextraktionen). Höhere Detaildichte, aber auch höhere Strahlenexposition.
Wie hoch ist die Strahlenbelastung?
Die Strahlenbelastung beim Zahnröntgen ist vergleichsweise gering und variiert mit dem Verfahren. Digitale Verfahren reduzieren die Dosis häufig deutlich gegenüber älteren analogen Systemen.
- Bissflügel-/Periapikalaufnahmen: sehr geringe Dosis (im Bereich von einigen µSv bis wenigen 0,01 mSv).
- OPG: etwas höher als Einzelaufnahmen, aber meist noch im niedrigen Bereich (je nach Gerät und Einstellung).
- DVT/CBCT: deutlich höhere Dosis als 2D-Aufnahmen, aber meist immer noch deutlich unter der jährlichen natürlichen Hintergrundstrahlung (~2–3 mSv/Jahr). Genauere Werte hängen vom Gerät und dem eingestellten Volumen ab.
Zum Vergleich: Die natürliche Hintergrundstrahlung beträgt durchschnittlich rund 2,4 mSv pro Jahr. Nationale Stellen wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfehlen die ALARA-Regel (As Low As Reasonably Achievable) — also so viel Strahlung wie nötig, so wenig wie möglich.
Sicherheit – was Sie wissen sollten
- Indikation: Röntgenaufnahmen dürfen nur bei medizinischer Notwendigkeit erfolgen. Ihr Zahnarzt wägt Nutzen gegen Risiko ab.
- Digitales Röntgen: Modernes digitales Equipment reduziert die Dosis oft um bis zu 70–90 % gegenüber klassischen Filmen.
- Schutzmaßnahmen: Bleischürzen oder Schilddrüsenschutz können in bestimmten Fällen eingesetzt werden; bei rein intraoralen Aufnahmen sind sie aber nicht immer erforderlich.
- Dokumentation: Relevante Aufnahmen werden in der Regel in der Patientenakte dokumentiert und können auf Wunsch kopiert werden.
Röntgen Zähne bei Schwangerschaft und Kindern
Bei Schwangerschaft gilt: Routineaufnahmen vermeiden. Notwendige Zahnbehandlungen und Röntgenaufnahmen werden nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durchgeführt — mit geeigneten Schutzmaßnahmen. Informieren Sie Ihre Praxis unbedingt, wenn Sie schwanger sind oder vermuten, schwanger zu sein.
Bei Kindern wird besonders sparsam mit Röntgenaufnahmen umgegangen. Indikationen werden streng gestellt, Belichtungsparameter kinderfreundlich angepasst und digitale Sensoren genutzt, um die Dosis zu minimieren.
Ablauf einer Röntgenaufnahme beim Zahnarzt
- Aufklärung: Ihr Zahnarzt erklärt Zweck und Art der Aufnahme.
- Positionierung: Bei intraoralen Aufnahmen wird ein Sensor oder Film im Mund platziert; bei OPG/DVT stellt sich der Patient in ein Gerät.
- Aufnahme: Kurz andauender Röntgenimpuls; insgesamt nur wenige Sekunden bis Minuten.
- Auswertung: Der Zahnarzt wertet die Bilder aus und bespricht Befunde und Behandlungsempfehlungen mit Ihnen.
Kosten und Abrechnung
Ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt, hängt von der Indikation und der Versicherung ab. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in der Regel Standardaufnahmen bei erkannter medizinischer Notwendigkeit (z. B. Bissflügelaufnahmen zur Kariesdiagnostik). Besondere oder hochauflösende Verfahren (z. B. DVT) können privat berechnet werden, wenn sie nicht notwendig oder nicht vom Leistungskatalog umfasst sind. Klären Sie Kostenfragen vorab mit Ihrer Praxis und gegebenenfalls mit Ihrer Krankenkasse.
Alternativen zum Röntgen?
Zur Darstellung harter Strukturen (Zähne, Knochen) ist Röntgen die zuverlässigste Methode. MRT oder Ultraschall spielen in der Zahnmedizin nur eine sehr eingeschränkte Rolle und ersetzen Röntgen in den meisten Fällen nicht.
Tipps für Patienten
- Sprechen Sie offen mit Ihrem Zahnarzt über Nutzen und Risiken jeder Aufnahme.
- Machen Sie Angaben zu Schwangerschaften oder früheren Strahlenbelastungen.
- Fragen Sie nach digitalen Verfahren, wenn Ihnen Strahlenreduktion wichtig ist.
- Bei Zweifeln: Holen Sie eine zweite Meinung ein.
FAQ – Kurzantworten
- Ist Röntgen beim Zahnarzt gefährlich? Bei medizinisch begründeter Anwendung ist die Strahlenbelastung sehr gering. Nutzen und Risiko werden abgewogen.
- Wie oft darf man Röntgen lassen? Nur so oft wie nötig. Routineintervalle hängen von individuellem Karies- und Parodontitisrisiko ab.
- Was kostet ein Zahnröntgen? Standardaufnahmen werden meist bei medizinischer Notwendigkeit von gesetzlichen Kassen getragen; spezielle Bildgebung kann privat sein.
Weitere Informationen finden Sie z. B. beim Bundesamt für Strahlenschutz: https://www.bfs.de oder auf Informationsseiten zahnärztlicher Praxen. Bei konkreten Fragen wenden Sie sich stets an Ihren behandelnden Zahnarzt — er kennt Ihre Situation und kann die beste Empfehlung für Röntgen Zähne geben.