CBCT-Untersuchung: 3D-Röntgen für Zähne, Kiefer und Kopf – Ablauf, Vorteile und Sicherheit
Die CBCT-Untersuchung liefert präzise 3D-Bilder von Zähnen, Kiefer und angrenzenden Strukturen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie das Verfahren funktioniert, wann es nötig ist und worauf Sie bei Vorbereitung, Strahlenbelastung und Kosten achten sollten.
Was ist eine CBCT-Untersuchung?
Die CBCT (Cone Beam Computed Tomography), auf Deutsch Kegelstrahl-Computertomographie oder DVT (digitale Volumentomographie), ist ein dreidimensionales Röntgenverfahren. Im Gegensatz zu herkömmlichen 2D-Röntgenaufnahmen erzeugt die CBCT ein volumetrisches Bild (3D-Datensatz) der Mundhöhle, der Kieferknochen und der angrenzenden Strukturen in hoher räumlicher Auflösung.
Wofür wird die CBCT angewendet?
Die CBCT-Untersuchung wird vor allem in der Zahnmedizin, Kieferchirurgie, Implantologie und HNO eingesetzt. Typische Indikationen sind:
- Planung von Zahnimplantaten (Lage und Knochenangebot)
- Beurteilung retinierter Zähne (z. B. Weisheitszähne) und ihrer Beziehung zu Nervstrukturen
- Diagnostik von Kiefergelenksproblemen (TMG)
- Beurteilung von Wurzelkanal-Anatomien und komplizierten Endodontie-Fällen
- Trauma-Diagnostik bei Kiefer- oder Zahnschäden
- Beurteilung von Zysten, Tumoren und entzündlichen Prozessen
Ablauf der Untersuchung: Schritt für Schritt
Eine CBCT-Untersuchung ist in der Regel schnell und unkompliziert:
- Aufklärung: Ihr Zahnarzt oder Radiologe erklärt Zweck, Nutzen und mögliche Risiken.
- Positionierung: Sie sitzen oder stehen in der Maschine; der Kopf wird ruhig gehalten. Metallischer Schmuck sollte entfernt werden.
- Scan: Die Röntgenquelle und der Detektor fahren einmal um den Kopf. Die Aufnahme dauert meist 10–40 Sekunden, je nach Gerät und Auflösung.
- Rekonstruktion: Aus den Rohdaten erstellt die Software einen 3D-Datensatz. Die Befundung folgt durch den Behandler oder Radiologen.
Vorbereitung, Dauer und Komfort
Eine spezielle Vorbereitung ist normalerweise nicht nötig. Informieren Sie Ihren Behandler, wenn Sie schwanger sind, stillen oder Metallimplantate/orthopädische Geräte im Kopfbereich haben. Die Untersuchung ist schmerzfrei; bei Platzangst kann die Sitz- statt Liegeposition vorteilhaft sein.
Strahlenbelastung und Sicherheit
Die Strahlenexposition bei CBCT liegt je nach Volumen (FOV = Field of View), Auflösung und Gerät zwischen der einer konventionellen Zahnaufnahme und einer medizinischen Spiral-CT. Moderne Geräte und Protokolle reduzieren die Dosis erheblich. Grundregeln:
- Nur indikationsgerecht: CBCT wird angewendet, wenn 2D-Aufnahmen nicht ausreichen.
- FOV begrenzen: Nur der relevante Bereich sollte gescannt werden, um Dosis zu sparen.
- Patientenhinweis: Schwangere sollten die Untersuchung vermeiden, außer sie ist medizinisch zwingend.
Weiterführende technische Informationen finden Sie z. B. in der Übersicht zur Kegelstrahl-Computertomographie (Wikipedia) oder im DocCheck Flexikon.
Vorteile gegenüber 2D-Röntgen und herkömmlicher CT
- Hohe räumliche Auflösung für knöcherne Strukturen
- Genaue Vermessung von Knochendefiziten und Abstand zu Nerven
- Schnelle Aufnahmezeiten und geringere Bewegungsartefakte
- Niedrigere Dosis als eine medizinische Spiral-CT bei vergleichbarer Darstellung des Kiefers
Grenzen und mögliche Nachteile
- Weichteile werden nicht so detailreich dargestellt wie bei medizinischer CT oder MRT.
- Bildartefakte durch Metall (Implantate, Füllungen) können die Befundung erschweren.
- Strahlenexposition, daher nur bei klarer Indikation empfehlenswert.
Kosten und Erstattung
Die Kosten für eine CBCT-Untersuchung variieren je nach Praxis und Untersuchungsumfang; typischerweise liegen sie im Bereich von einigen zehn bis mehreren hundert Euro. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten nur in seltenen Fällen (z. B. komplexe kieferchirurgische Eingriffe oder spezielle Fragestellungen). Klären Sie Kosten und Abrechnung vor der Untersuchung mit Ihrer Praxis.
Befundung und Nachsorge
Der Befund sollte durch einen erfahrenen Zahnarzt, Kieferchirurgen oder Röntgenfacharzt erfolgen. Die 3D-Daten ermöglichen präzise Vermessungen (z. B. Knochenhöhe und -breite, Abstand zu Nerven). Auf Grundlage der Aufnahmen kann eine Behandlungsplanung, etwa für Implantate oder chirurgische Eingriffe, sicher und individuell erfolgen.
Häufige Fragen (Kurzantworten)
- Ist die CBCT sicher? Ja, bei richtiger Indikationsstellung und modernen Geräten ist sie sicher und nützlich.
- Wie lange dauert die Untersuchung? Der Scan selbst nur Sekunden; Gesamttermin oft 10–30 Minuten.
- Kann ich mit Metall im Mund gescannt werden? Ja, aber Bildartefakte können entstehen.
- Ersetzt CBCT andere Bildgebung? Nein – es ergänzt Röntgen und MRT je nach diagnostischer Fragestellung.
Fazit
Die CBCT-Untersuchung ist ein wertvolles, präzises 3D-Diagnostikverfahren für Zahn-, Kiefer- und Kopfbereich. Sie bietet wichtige Informationen, die die Planung von Implantaten, chirurgischen Eingriffen und komplexen zahnmedizinischen Behandlungen deutlich verbessern. Wichtig ist die indikationsgerechte Anwendung, Beachtung der Strahlenschutzprinzipien und eine fachkundige Befundung. Besprechen Sie Nutzen, Alternativen und Kosten im Vorfeld mit Ihrem Behandler, damit die Untersuchung für Sie sinnvoll und sicher eingesetzt wird.