Retentionsgerät: Arten, Wirkung und Pflege für dauerhaft gerade Zähne
Ein Retentionsgerät sichert den Erfolg einer kieferorthopädischen Behandlung. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Typen es gibt, wie lange Sie ein Retentionsgerät tragen sollten und wie Sie es richtig pflegen.
Was ist ein Retentionsgerät?
Ein Retentionsgerät (oft auch Retainer oder Zahnstabilisator genannt) ist eine kieferorthopädische Vorrichtung, die nach Abschluss einer aktiven Zahnkorrektur eingesetzt wird, um das erzielte Ergebnis zu stabilisieren. Zähne neigen nach einer Behandlung zu Rückverschiebungen – die Retention verhindert oder reduziert dieses Rückfallrisiko.
Welche Arten von Retentionsgeräten gibt es?
Grundsätzlich unterscheidet man festsitzende und herausnehmbare Retentionsgeräte:
- Festsitzender Retainer: Ein dünner Draht, der auf der Rückseite der Frontzähne mit Kunststoffkleber befestigt wird. Er arbeitet permanent und erfordert kein aktives Ein- und Aussetzen.
- Herausnehmbare Retentionsschiene / Retentionsplatte: Kunststoffschienen, die nachts oder zeitweise getragen werden. Sie ähneln der Schiene einer unsichtbaren Zahnspange (Aligner).
- Kombinationen: Oft wird ein festsitzender Retainer im Frontzahnbereich kombiniert mit einer herausnehmbaren Schiene für die OK/UK-Blockstabilisierung.
Weiterführende Informationen zu Typen und Einsatz finden Sie z. B. beim Universitätsklinikum Würzburg oder bei spezialisierten Kieferorthopäden.
Wann wird ein Retentionsgerät empfohlen?
Ein Retentionsgerät kommt stets zum Einsatz, wenn Zähne nach aktiver Behandlung (feste oder lose Zahnspange, Aligner) stabilisiert werden müssen. Typische Situationen:
- Unmittelbar nach Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung
- Nach kieferchirurgischen Eingriffen
- Bei Patienten mit hoher Rückfallneigung (z. B. Lücken, starke Engstände)
Wie lange muss ein Retentionsgerät getragen werden?
Die Tragezeit hängt von Alter, Art der Korrektur und individueller Rückfallneigung ab. Empfehlungen sind:
- Unmittelbar nach Behandlung: meist ganztägig (festsitzend oder herausnehmbar nach Anweisung) für einige Monate.
- Langfristig: viele Orthodontisten empfehlen zumindest nächtliches Tragen mehrere Jahre oder dauerhaft, da Zähne sich ein Leben lang verändern können.
Konkrete Richtlinien geben Kieferorthopäden individuell – informieren Sie sich bei Ihrem Behandler oder lesen Sie Allgemeines z. B. bei der Techniker Krankenkasse.
Pflege und Reinigung des Retentionsgeräts
Gute Pflege erhöht die Lebensdauer und reduziert Karies-/Parodontitisrisiko:
- Festsitzende Retainer: regelmäße Zahnzwischenraumpflege (Zahnseide, Superfloss, interdentalbürstchen) und gründliches Zähneputzen. Kontrolltermine zum Prüfen der Klebeverbindungen sind wichtig.
- Herausnehmbare Schienen: täglich reinigen mit Zahnbürste und lauwarmer Seifenlösung oder speziellen Reiniger-Tabletten; niemals heißes Wasser (verformt Kunststoff).
- Bei Schäden oder Lockerung sofort den Kieferorthopäden aufsuchen.
Kosten und Erstattung
Die Kosten variieren nach Typ und Umfang. Festsitzende Retainer sind oft günstiger im Folgekostenaufwand (weniger Verlustriskio), herausnehmbare Schienen können zusätzliche Materialkosten verursachen. Manche gesetzliche Krankenkassen übernehmen Teile der Retention je nach Indikation und Alter; private Zusatzversicherungen können Kosten abdecken. Verbraucherinformationen zu Kosten finden Sie z. B. auf dental.one oder in Praxisinfos Ihrer KFO.
Vor- und Nachteile der verschiedenen Retentionsgeräte
- Festsitzender Retainer
- Vorteile: kontinuierliche Wirkung, kein Vergessen, unsichtbar
- Nachteile: erschwerte Zahnzwischenraumreinigung, möglicher Kleberverlust
- Herausnehmbare Schiene
- Vorteile: leicht zu reinigen, abnehmbar beim Essen
- Nachteile: muss konsequent getragen werden, kann verloren gehen
Probleme und wann Sie den Orthodonten kontaktieren sollten
Mögliche Probleme sind gelockerte Klebepunkte, abgebrochene Drähte, Verfärbungen oder Schmerzen. Melden Sie sich bei:
- Spürbarer Drahtbruch oder scharfe Kanten
- Lockerung der Klebeverbindung
- Deutlicher Rückfall der Zahnstellung
- Schmerzhaftes Zahnfleisch oder vermehrte Zahnlockerung
Wie wähle ich das passende Retentionsgerät?
Die Wahl richtet sich nach dem individuellen Befund, dem Behandlungsergebnis und persönlichen Vorlieben. Faktoren sind: Angst vor Verlust, Fähigkeit zur Mundhygiene, Budget und ästhetische Wünsche. Besprechen Sie Vor- und Nachteile mit Ihrem Kieferorthopäden – viele Praxen bieten eine individuelle Beratung.
FAQ – Häufige Fragen kurz beantwortet
- Tut ein Retentionsgerät weh? Meist nicht. Anfangs können Druckgefühle auftreten, die schnell abklingen.
- Kann ich mit Retentionsschiene essen? Herausnehmbare Schienen werden in der Regel zum Essen entfernt. Festsitzende Retainer erlauben normales Essen, aber harte oder klebrige Speisen sollten vermieden werden.
- Wie lange hält ein festsitzender Retainer? Bei guter Pflege viele Jahre, manchmal dauerhaft; regelmäßige Kontrollen sind wichtig.
- Wer übernimmt die Kosten? Teilweise gesetzliche Krankenkassen, private Versicherungen oder Selbstzahler – abhängig von Alter, Indikation und Tarif.
Weiterführende Links
Nützliche Quellen und Praxisinfos: Dr. Borg – Retentionsgeräte, KFO Hildesheim – Retentionsgeräte, Zahnlexikon – Retainer.
Fazit
Ein Retentionsgerät ist essenziell, um das Ergebnis einer Zahnkorrektur langfristig zu sichern. Ob festsitzend oder herausnehmbar – die richtige Wahl hängt vom individuellen Befund und der Bereitschaft zur Pflege ab. Sprechen Sie mit Ihrem Kieferorthopäden über Tragezeit, Pflege und Kosten, damit Ihr Lächeln dauerhaft stabil bleibt.