Internes Bleaching (interne bleaching): So werden tote Zähne effektiv aufgehellt
Ein dunkler, wurzelbehandelter Zahn stört das Lächeln — doch nicht jeder verfärbte Zahn braucht eine Krone. In diesem Artikel erfahren Sie, wie internes Bleaching funktioniert, für wen es geeignet ist, welche Risiken es gibt und welche Alternativen es gibt.
Was ist internes Bleaching (interne bleaching)?
Das interne Bleaching (häufig auch "Walking-Bleach" genannt) ist eine zahnärztliche Methode zur Aufhellung von devitalen, d. h. nicht mehr vitalen bzw. wurzelbehandelten Zähnen. Anders als beim externen Bleaching wird das Bleichmittel nicht auf die Zahnoberfläche aufgetragen, sondern von innen in die Zahnkrone eingebracht. Ziel ist es, dunkle oder grau-braune Verfärbungen, die nach einer Wurzelkanalbehandlung oder durch Blutabbauprodukte entstanden sind, zu neutralisieren.
Wann ist interne bleaching sinnvoll?
- Verfärbte, wurzelbehandelte (devitale) Einzelzähne
- Verfärbungen durch Trauma (z. B. Zahnverletzung mit Blutungen im Zahn)
- Verfärbungen durch bestimmte Medikamente oder interne Einlagerungen
- Wenn Zahnsubstanz erhalten bleiben und aufwendige prothetische Maßnahmen (Kronen, Veneers) vermieden werden sollen
Nicht jede Verfärbung spricht auf internes Bleaching an. Bei sehr alten, tief sitzenden oder strukturell veränderten Verfärbungen kann das Ergebnis eingeschränkt sein.
Ablauf: Wie funktioniert die Behandlung?
Das Verfahren umfasst mehrere Schritte und wird üblicherweise in der Zahnarztpraxis durchgeführt:
- Voruntersuchung: Röntgenaufnahme und Kontrolle der bestehenden Wurzelkanalbehandlung. Nur Zähne mit suffizienter Wurzelkanalfüllung und dichtem Wurzelverschluss sind geeignete Kandidaten.
- Zugang und Reinigung: Falls nötig, entfernt der Zahnarzt alte, poröse Füllungsmaterialien im Bereich der Zahnkrone und reinigt die Zugangskavität.
- Einbringen des Bleichmittels: Gängige Substanzen sind Natriumperborat gemischt mit Wasser oder Wasserstoffperoxid sowie Wasserstoffperoxid-haltige Lösungen. Das Mittel wird in die Zahnkrone gefüllt und mit einer provisorischen Kunststofffüllung verschlossen.
- Einwirkzeit: Das Bleichmittel bleibt meist einige Tage bis Wochen im Zahn (häufig 1–3 Termine). Der Patient kommt zur Kontrolle; bei Bedarf wird das Bleichmittel erneuert.
- Verschluss: Nach Erreichen des gewünschten Aufhellungsgrades wird die Kavität gereinigt und dauerhaft mit einer adhäsiven Füllung oder Komposit verschlossen.
Methoden und Substanzen
- Walking-Bleach-Technik: Patient geht zwischen den Terminen mit dem eingebrachten Bleichmittel nach Hause („walking“), der Zahn hellt sich über Tage auf.
- Inside-Out-Technik: Intensivere Aufhellung unter klinischen Bedingungen, meist mit kürzeren Einwirkzeiten und ggf. Aktivierung durch Licht/Hitze in speziellen Fällen.
- Übliche Wirkstoffe: Natriumperborat (mit Wasser), Wasserstoffperoxid oder Carbamidperoxid. Die Kombination und Konzentration wählt der Behandler abhängig von Risiko und gewünschtem Effekt.
Wirkung und Prognose
Bei geeigneter Indikation erzielt internes Bleaching in vielen Fällen eine deutliche Aufhellung und ästhetisch befriedigende Ergebnisse. Teilweise kann es nötig sein, das Verfahren zu wiederholen. Langfristig bleiben Ergebnisse variabel: Einige Zähne können nach Monaten oder Jahren wieder leicht nachdunkeln, insbesondere wenn die Ursache der Verfärbung nicht vollständig beseitigt wurde.
Risiken und Nebenwirkungen
- Zervikale Resorption: In seltenen Fällen kann eine Wurzelresorption im Bereich des Zahnhalses auftreten. Sorgfältige Technik reduziert das Risiko.
- Zahnempfindlichkeit: Kurzfristige Empfindlichkeit gegenüber Temperaturreizen möglich.
- Bleichungseffekt unvollständig: Nicht alle Verfärbungen reagieren vollständig; bei sehr starken oder tiefen Verfärbungen sind Veneers oder Kronen mögliche Alternativen.
- Fehldosierung: Unsachgemäße Anwendung kann Zahnsubstanz oder Weichgewebe schädigen — deshalb nur durch erfahrene Zahnärzte durchführen lassen.
Kosten und Dauer
Die Kosten variieren je nach Praxis, Materialwahl und Anzahl der Sitzungen. In Deutschland liegen die Preise typischerweise zwischen 80 und 300 Euro pro Zahn, können aber je nach Aufwand höher sein. Die Behandlung dauert meist wenige Wochen einschließlich Kontrollterminen.
Alternativen zum internen Bleaching
- Veneers oder Verblendschalen: Bei nicht ausreichendem Aufhellungsergebnis oder wenn zusätzlich Formkorrektur nötig ist.
- Kronen: Wenn der Zahn stark zerstört ist oder eine vollständige Rekonstruktion erforderlich ist.
- Externes Bleaching: Wirksam bei oberflächlichen Verfärbungen, nicht bei internalen Verfärbungen.
Tipps für Patienten
- Lassen Sie vor dem Bleichen eine röntgenologische Kontrolle der Wurzelkanalfüllung durchführen.
- Diskutieren Sie mögliche Risiken (z. B. Resorption) und das zu erwartende Ergebnis mit Ihrem Zahnarzt.
- Vermeiden Sie aggressive Hausmittel oder DIY-Bleichversuche am devitalen Zahn.
- Planen Sie ggf. eine langfristige Kontrolle ein — Nachdunkeln ist möglich.
Weiterführende Informationen
Fachartikel und Leitlinien liefern detaillierte Informationen zur Technik und Sicherheit. Nützliche Quellen sind z. B. die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) und zahnmedizinische Fachliteratur (z. B. Quintessence, ZWP Online).
Sie möchten wissen, ob internes Bleaching für Ihren Zahn infrage kommt? Vereinbaren Sie eine Beratung beim Zahnarzt: Untersuchung, Röntgenbefund und Abwägung der Alternativen entscheiden über die beste Behandlungsstrategie.
Kurzes FAQ
Ist internes Bleaching schmerzhaft?
In der Regel nicht. Die Behandlung erfolgt am devitalen Zahn; kurzfristige Empfindlichkeiten können jedoch auftreten.
Wie lange hält das Ergebnis?
Das Ergebnis kann Jahre halten, gelegentlich ist eine Auffrischung oder alternative Versorgung nötig.
Kann ich das selbst machen?
Nein. Internes Bleaching sollte ausschließlich von Zahnärzten durchgeführt werden.