Wenn die Zahnbrücke Probleme macht: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung
Kurze, aber belastbare Schmerzen unter einer Zahnbrücke verunsichern viele Betroffene. Dieser Ratgeber erklärt einfach, warum Schmerzen entstehen, wie der Zahnarzt sie diagnostiziert und welche Behandlungen sowie Vorsorgemaßnahmen wirklich helfen.
Was bedeutet „Schmerzen unter Brücke" genau?
Mit dem Ausdruck "schmerzen unter Brücke" werden Beschwerden im Bereich des Zahnfleisches oder der Pfeilerzähne bezeichnet, die direkt unter oder neben einer festsitzenden Zahnbrücke auftreten. Die Beschwerden reichen von gelegentlichem Druck- oder Spannungsgefühl bis zu starken, stechenden Schmerzen mit Schwellung oder Eiteraustritt.
Häufige Ursachen von Schmerzen unter Brücke
- Karies unter der Brücke: Wenn der Rand einer Brücke nicht perfekt abdichtet oder der Zement ausgespült wird, können Bakterien eindringen und Karies an den Pfeilerzähnen verursachen.
- Entzündungen des Zahnnervs (Pulpitis): Abschleifen der Pfeilerzähne kann den Nerv reizen; eine akute oder chronische Entzündung verursacht oft pochende Schmerzen.
- Parodontale Entzündung (Zahnfleisch- oder Knochenerkrankung): Plaqueansammlungen unter einer Brücke fördern Gingivitis oder Parodontitis.
- Unterfüllungs- oder Zementverlust: Verlust des Befestigungsmaterials führt zu mikrobiellen Undichtigkeiten und Druckstellen.
- Membran- oder Bißprobleme: Fehlender Kontakt oder falsche Belastung kann Schmerzen beim Kauen auslösen.
- Allergische Reaktion auf Materialien (selten)
- Periapikale Infektion (Abszess): Führt zu starken Schmerzen, Schwellung und oft allgemeinem Unwohlsein.
Wie stellt der Zahnarzt die Ursache fest?
Der Zahnarzt kombiniert Anamnese, klinische Untersuchung und bildgebende Diagnostik:
- Fragen zu Beginn, Schmerzcharakter, Dauer, Auslöser
- Inspektion des Zahnfleischs und Kontrolle der Brücke auf Mobilität oder Undichtigkeiten
- Sondierung des Zahnfleischrandes und Test auf Perkussionsschmerz
- Röntgenaufnahmen (Bissflügel, Periapikalaufnahme oder gegebenenfalls 3D/CBCT) zur Darstellung von Karies, Wurzelentzündungen oder Knochenabbau
- Gegebenenfalls Vitalitätstests der Pfeilerzähne
Behandlungsmöglichkeiten bei Schmerzen unter Brücke
Die Therapie richtet sich nach Ursache:
- Karies unter der Brücke: Entfernen der defekten Brücke, Kariesbehandlung der Pfeilerzähne und Wiederherstellung — häufig mit neuer Brücke oder alternativen Versorgungen.
- Wurzelentzündung: Wurzelkanalbehandlung (endodontische Therapie) des betroffenen Pfeilerzahns. In schweren Fällen muss die Brücke temporär entfernt werden.
- Parodontale Probleme: Professionelle Zahnreinigung, systematische Parodontitistherapie, lokale oder systemische Antibiotikagabe bei akuten Infektionen.
- locker sitzende Brücke / Zementverlust: Neuverzementierung oder Erneuerung der Brücke.
- Fehlbiss / Okklusionsprobleme: Korrektur durch Abschleifen oder Anpassung der Prothetik.
- Abszess mit Schwellung: Notfallbehandlung: Inzision und Drainage, ggf. Antibiotika und Schmerztherapie, anschließende definitive Versorgung.
Erste Hilfe zuhause bei akuten Schmerzen
- Schmerzmittel nach Packungsangabe (z. B. Ibuprofen oder Paracetamol) — bei Unsicherheit Rücksprache mit Arzt/Apotheker.
- Warmes oder lauwarmes Salzwasser (0,9–1,0 %): Spülen zur Reduktion von Bakterien und Schwellung.
- Keine spitzen Gegenstände unter die Brücke schieben; vorsichtig mit Zahnseide arbeiten (Flosspassagen oder Superfloss nutzen).
- Bei auffälliger Schwellung, Fieber oder Atem-/Schluckbeschwerden sofort ärztliche Hilfe suchen.
Vorbeugung: So vermeiden Sie Schmerzen unter Brücke
- Exzellente Mundhygiene: Zähneputzen zweimal täglich, Reinigung unter und neben der Brücke mit Interdentalbürsten oder speziellen Superfloss-Fäden.
- Regelmäßige Kontrolltermine alle 6–12 Monate beim Zahnarzt für Kontrolle, professionelle Reinigung und frühzeitige Thematisierung von Lockerungen.
- Bei sichtbaren Spalten oder Druckstellen sofort den Zahnarzt aufsuchen — nicht abwarten.
- Qualitativ hochwertige Versorgung: Gute Planung und präzise Anfertigung verringern Undichtigkeiten und Fehlstellungen.
Wann ist ein Notfall? Wann dringend zum Zahnarzt
- Starke, anhaltende Schmerzen, die mit Schmerzmitteln nicht kontrollierbar sind
- Schwellung im Gesicht oder im Mund, Eiteraustritt
- Fieber oder allgemeiner Krankheitszustand
- Atem- oder Schluckbeschwerden
In diesen Fällen suchen Sie bitte unverzüglich einen zahnärztlichen Notdienst oder eine Notfallambulanz auf.
FAQ — Kurze Antworten auf häufige Fragen
Kann eine Brücke Schmerzen verursachen, auch wenn sie gut sitzt?
Ja. Beschwerden können auch noch Wochen nach Eingliederung auftreten, z. B. durch Reizung des Zahnnervs, Gewöhnung oder veränderte Belastung. Dauern die Schmerzen länger an, sollte eine Untersuchung erfolgen.
Ist eine Entzündung unter der Brücke immer sichtbar?
Nein. Manche Probleme zeigen sich erst im Röntgenbild oder durch Symptome wie Druckschmerz und Empfindlichkeit. Regelmäßige Kontrollen helfen, verdeckte Probleme früh zu erkennen.
Wie lange dauert die Behandlung einer Wurzelentzündung unter der Brücke?
Das hängt vom Schweregrad ab. In vielen Fällen sind mehrere Sitzungen nötig, insbesondere wenn die Brücke entfernt werden muss. Der Zahnarzt informiert über Ablauf und Prognose.
Weiterführende Links und Quellen
- Bundeszahnärztekammer: https://www.bzaek.de
- DGZMK (Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde): https://www.dgzmk.de
- Patientenratgeber (Beispiel): Dentolo – Zahnbrücke Schmerzen
Wenn Sie aktuell unter schmerzen unter brücke leiden: Vereinbaren Sie möglichst zeitnah einen Termin beim Zahnarzt, beschreiben Sie Ihre Beschwerden genau und bringen Sie, falls vorhanden, ältere Röntgenaufnahmen mit. Eine frühzeitige Abklärung verbessert die Prognose und verhindert größere Folgeschäden.
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