Wenn die Stegprothese Probleme macht: Ursachen, schnelle Hilfe und dauerhafte Lösungen
Viele Patientinnen und Patienten sind überrascht, wenn nach der Eingliederung einer Stegprothese Beschwerden auftreten. Dieser Artikel erklärt die häufigsten Probleme mit Stegprothesen, was Sie sofort selbst tun können und welche dauerhaften Lösungen es gibt.
Was ist eine Stegprothese?
Eine Stegprothese ist ein herausnehmbarer Zahnersatz, der auf einem Metallsteg sitzt, der zwischen Implantaten befestigt ist. Sie verbindet den Halt von Implantaten mit dem Vorteil der herausnehmbaren Reinigung – eine bewährte Lösung bei zahnlosem Kiefer.
Die häufigsten Probleme mit Stegprothese
- Lockerung oder Verrutschen: Die Prothese sitzt nicht mehr stramm auf dem Steg und verschiebt sich beim Kauen oder Sprechen.
- Speisereste und Druckstellen: Nahrungsreste sammeln sich unter der Prothese; Druckstellen am Zahnfleisch führen zu Schmerzen.
- Schmerzen und Entzündungen: Druck, schmerzende Schleimhäute oder peri‑implantäre Entzündungen (Peri‑implantitis).
- Verschleiß der Retentionsmechanik: Haken, Clips oder Matrizen nutzen sich ab, was zum Verlust des Halts führt.
- Phonetische Probleme: Sprechen und Schlucken können beeinträchtigt sein, besonders in der Eingewöhnungsphase.
- Ästhetische oder funktionelle Mängel: Fehlende Bisshöhe, schlechte Kaufunktion oder Sichtbarkeit des Metallstegs.
Warum treten diese Probleme auf?
Probleme mit Stegprothesen haben oft mehrere Ursachen:
- Fehlende Anpassung: Nach Einsetzen braucht jede Prothese Nacharbeit: Lokal eingesetzte Unterfütterungen (Relining) und Korrekturen am Stützrand.
- Mechanischer Verschleiß: Clips und Matrizen nutzen sich bei Alltagsbelastung ab.
- Zahnfleisch‑ oder Knochenveränderungen: Gaukelnde Implantatumgebung oder Knochenschwund verändern die Passung.
- Hygieneprobleme: Unzureichende Reinigung kann zu Entzündungen führen, die wiederum den Halt beeinträchtigen.
- Fehlende Eingewöhnungszeit: Viele Beschwerden sind in den ersten Wochen normal und bessern sich mit der Zeit.
Schnelle Maßnahmen: Was Sie sofort tun können
- Reinigen Sie die Prothese gründlich nach jeder Mahlzeit. Entfernen Sie Speisereste unter der Prothese mit weicher Bürste und Zahnseide oder Interdentalbürsten.
- Vermeiden Sie harte, klebrige Lebensmittel, bis die Sitzlage optimal ist.
- Überprüfen Sie die Clips: Wenn Sie sichtbaren Bruch oder starken Verschleiß sehen, vermeiden Sie belastende Tätigkeiten und wenden Sie sich an die Praxis.
- Bei Druckstellen können entzündungshemmende Mundspülungen (z. B. mit Chlorhexidin, kurzzeitig und nach Absprache) Linderung bringen. Langfristig ersetzt das aber nicht die Anpassung.
- Schmerzmittel nach Beipackzettel können kurzfristig helfen; bei starken Schmerzen unbedingt zahnärztlichen Notdienst aufsuchen.
Wann sollten Sie die Praxis aufsuchen?
Vereinbaren Sie einen Termin, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:
- starke oder anhaltende Schmerzen
- sichtbare Lockerung der Prothese oder ausgeschlagene Komponenten
- anhaltendes Blut im Bereich der Implantate oder vermehrter Ausfluss (Hinweis auf Entzündung)
- funktionelle Einschränkungen beim Kauen oder Schlucken nach der Eingewöhnungszeit
Dauerhafte Lösungen und Behandlungsmöglichkeiten
Ihr Zahnarzt oder Prothetiker prüft die Prothese, den Steg und die Implantate und wählt die passende Maßnahme:
- Re‑Adjustierung/Unterfütterung (Relining): Häufig reicht eine Anpassung der Innenfläche, um den Sitz zu verbessern.
- Austausch oder Nachfertigung der Retentions‑Elemente: Clips oder Matrizen werden ersetzt, um Halt zurückzugewinnen.
- Neuanfertigung der Prothese: Bei starkem Verschleiß oder materialbedingten Problemen ist eine neue Basis sinnvoll.
- Behandlung von Peri‑implantitis: Bei Entzündungen sind professionelle Reinigung, ggf. lokale Antibiotikabehandlung oder chirurgische Maßnahmen notwendig.
- Konstruktionsänderungen: In manchen Fällen ist ein anderes Verbindungselement (z. B. Locator statt Steg) oder sogar eine festsitzende Lösung empfehlenswert.
Vorbeugung: So vermeiden Sie Probleme mit der Stegprothese
- Regelmäßige professionelle Kontrollen und Reinigungen (mind. 1–2x jährlich).
- Strikte Mundhygiene: tägliches Entfernen der Prothese, gründliches Reinigen von Steg und Implantaten mit weicher Bürste und Interdentalbürsten.
- Vermeidung von zu hartem Kauwerk und ruckartigen Bewegungen.
- Frühzeitiges Melden kleiner Veränderungen — rechtzeitiges Nachbessern ist meist einfacher und günstiger als eine Komplettlösung.
Alternativen zur Stegprothese
Je nach Ausgangslage können folgende Alternativen infrage kommen:
- festsitzende Brücke auf Implantaten (wenn genug Implantate vorhanden)
- Locator‑ oder Kugel‑Aufbauten als herausnehmbare Lösungen
- kombinierter herausnehmbarer Zahnersatz mit Teleskopen
Beraten Sie sich mit Ihrem Zahnarzt, welche Lösung in Ihrem Fall Vor‑ und Nachteile hat.
Weiterführende Links und Quellen
Mehr Informationen finden Sie z. B. in Fachartikeln und Patientenforen: Implantate.com Forum, ein Überblick zu Vor‑ und Nachteilen: Implant24, oder eine Patienteninfo zur Stegprothese: Ihre Zahnklinik (Blog).
Fazit
Probleme mit Stegprothese sind häufig gut behandelbar: Viele Beschwerden lassen sich durch einfache Anpassungen, Austausch abgenutzter Teile oder bessere Mundhygiene beheben. Bei anhaltenden Schmerzen, sichtbarer Lockerung oder Entzündungszeichen sollten Sie zeitnah Ihren Zahnarzt aufsuchen. Frühzeitiges Handeln verbessert die Prognose und verhindert aufwendigere Eingriffe.
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt nicht die Beratung durch Ihren Zahnarzt. Bei akuten Schmerzen oder Auffälligkeiten bitte ärztlichen Rat einholen.
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