Krone verschluckt — wie lange dauert es, bis sie wieder rauskommt und was Sie jetzt tun sollten?
Eine Zahnkrone zu verschlucken ist erschreckend, kommt aber häufiger vor, als viele denken. Erfahren Sie, wie der Körper mit einer verschluckten Krone umgeht, wann sie meist wieder ausgeschieden wird und wann unbedingt ärztliche Hilfe nötig ist.
Kurzfassung: Was passiert, wenn eine Krone verschluckt wird?
In den meisten Fällen passiert eine verschluckte Zahnkrone den Magen-Darm-Trakt und wird auf natürlichem Wege mit dem Stuhl ausgeschieden. Wie lange das dauert, hängt von mehreren Faktoren ab — in der Regel wenige Tage bis wenige Wochen. Komplikationen sind selten, treten aber vor allem auf, wenn die Krone scharfkantig ist, der Patient Vorerkrankungen des Darmes hat oder die Krone im Bereich der Speiseröhre steckenbleibt.
Erste Maßnahmen unmittelbar nach dem Verschlucken
- Bleiben Sie ruhig. Prüfen Sie, ob die Person normal atmet und sprechen kann. Bei Atemnot: Notruf 112.
- Kein Erbrechen herbeiführen — das kann gefährlich sein und Verletzungen begünstigen.
- Informieren Sie den Zahnarzt: Er sollte wissen, dass die Krone verloren ist, damit später ein Ersatz geplant wird.
- Bewahren Sie, falls möglich, die Krone auf (sauber verpackt). Manche Kronen können gereinigt und wieder eingesetzt werden — das entscheidet der Zahnarzt.
Wann kommt die Krone wieder raus? Typische Zeiträume
Es gibt keine fixe Frist, weil die Darmpassage individuell variiert. Orientierungswerte:
- Speiseröhre: Wenn die Krone hier stecken bleibt, merken Betroffene in Sekunden bis Minuten Beschwerden (Schluckbeschwerden, Schmerzen). Dann ist schnelles Handeln erforderlich.
- Magen bis Dünndarm: Normalerweise innerhalb von 1–3 Tagen bewegt sich ein Fremdkörper weiter.
- Dickdarm und Ausscheidung: Gesamte Darmpassage kann von 1 Tag bis zu mehreren Wochen dauern. Viele Fälle berichten von wenigen Tagen bis zwei Wochen. Einzelfälle in Foren beschreiben auch mehrere Monate — das ist ungewöhnlich und meist harmlos, aber auffällig.
Faktoren, die die Dauer beeinflussen
- Größe und Form der Krone: Scharfe Kanten oder größere Teile können eher hängen bleiben.
- Material der Krone: Metallkeramikkronen sind auf Röntgenaufnahmen sichtbar; reine Keramiken oft weniger gut.
- Individuelle Darmfunktion: langsamer Stuhlgang, Verstopfung oder Darmveränderungen (z. B. Stenosen, Divertikel) verlängern die Passagezeit.
- Alter und Vorerkrankungen: Kinder, ältere Menschen oder Patienten mit vorherigen Bauchoperationen haben ein anderes Risiko.
Wann müssen Sie zum Arzt oder in die Notaufnahme?
Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe, wenn eines der folgenden Symptome auftritt:
- Atemnot, Würgen, heftiges Husten kurz nach dem Schlucken (Hinweis auf Einatmung oder Feststecken in der oberen Atem‑/Speisewege).
- Anhaltende oder zunehmende Brust‑ oder Bauchschmerzen.
- Schluckbeschwerden, Speichelfluss oder das Gefühl, etwas stecke im Hals.
- Fieber, wiederholtes Erbrechen, blutiger Stuhl oder Blut im Erbrechen.
- Keine Stuhlpassage über sehr lange Zeit verbunden mit Schmerzen — dann kann ein Darmverschluss nicht ausgeschlossen werden.
Welche Untersuchungen sind sinnvoll?
- Röntgen des Halses/Brustraumes oder Abdomen: Metallhaltige Kronen sind oft sichtbar.
- CT-Abdomen: Bei Unsicherheit oder wenn die Krone nicht auf dem Röntgen sichtbar ist.
- Endoskopie (Magenspiegelung/Ösophagoskopie): Wenn die Krone in der Speiseröhre oder im Magen stecken bleibt, kann sie endoskopisch entfernt werden.
Wie wird eine feststeckende Krone behandelt?
Ist der Fremdkörper im oberen Verdauungstrakt (Speiseröhre, Magen) lokalisiert und verursacht Probleme, ist eine endoskopische Entfernung häufig möglich und erfolgreich. Nur bei seltenen Komplikationen (z. B. Perforation) kann eine Operation nötig werden.
Kann man die Darmpassage „beschleunigen"?
Es gibt keine Garantie, eine Fremdkörperpassage zu beschleunigen. Allgemeine, sichere Maßnahmen:
- Viel trinken und ballaststoffreich essen, um die Darmbewegung zu unterstützen.
- Bei Verstopfung Abführmittel nach ärztlicher Absprache — nicht eigenmächtig bei starken Schmerzen.
Praktische Tipps bis zur Ausscheidung
- Kontrollieren Sie die Stühle für einige Tage. Tragen Sie Handschuhe, wenn Sie nachsehen.
- Wenn die Krone gefunden wird: Reinigen, aufbewahren und dem Zahnarzt zeigen — manchmal kann sie wiederverwendet werden, oft jedoch nicht.
- Vereinbaren Sie zeitnah einen Zahnarzttermin für Ersatzversorgung, um Schmerzen, Fehlbelastung und Folgeschäden zu vermeiden.
Prävention — so vermeiden Sie das nächste Mal einen Verlust
- Bei provisorischen Kronen: Vorsicht mit klebrigen oder harten Lebensmitteln.
- Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt: locker sitzende Kronen sollten rechtzeitig nachgesetzt oder neu zementiert werden.
- Bei lockerem Zahnersatz sofort den Zahnarzt aufsuchen, statt zu warten.
Fazit
Die meisten verschluckten Kronen passieren den Magen-Darm-Trakt ohne Komplikationen und werden innerhalb weniger Tage bis Wochen auf natürlichem Wege ausgeschieden. Entscheidender Punkt ist das Beobachten von Symptomen: Wenn Atembeschwerden, starke Schmerzen, Fieber oder Blut auftreten, ist sofort ärztliche Hilfe nötig. Kontaktieren Sie außerdem Ihren Zahnarzt, damit er die Situation beurteilt und zeitnah Ersatz oder Reparatur einleitet.
Wenn Sie unsicher sind: Rufen Sie Ihren Hausarzt, den ärztlichen Notdienst oder den Zahnarzt an — sichere Abklärung ist meist unkompliziert und beruhigt.