Karies unter Brücke entfernen — Wann, wie und welche Alternativen es gibt
Karies unter einer festsitzenden Brücke kann lange unbemerkt bleiben und zu Schmerzen oder Zahnverlust führen. Dieser Artikel erklärt, wie Zahnärzte Sekundärkaries erkennen und beseitigen, welche Behandlungsschritte möglich sind und wie Sie zukünftiger Karies unter Brücken vorbeugen können.
Wenn sich unter einer festsitzenden Brücke Karies bildet, sprechen Zahnärzte von Sekundärkaries. Das Problem ist: die Karies liegt versteckt unter Kronen oder Brückengliedern und wird oft erst entdeckt, wenn Beschwerden auftreten. Hier lesen Sie, wie Karies unter einer Brücke erkannt und effektiv entfernt wird, welche Risiken und Alternativen es gibt und wie Sie wiederkehrende Probleme vermeiden.
Wie erkennt der Zahnarzt Karies unter einer Brücke?
Die Untersuchung beginnt mit einer Anamnese und klinischer Befundaufnahme. Typische Hinweise sind:
- Empfindlichkeit auf Kälte/Wärme
- Spontanschmerzen oder Druckschmerz beim Kauen
- Lockerung oder Undichtigkeit der Brücke
- Entzündetes oder zurückgezogenes Zahnfleisch um die Pfeilerzähne
Zur Diagnose nutzt der Zahnarzt:
- Röntgenaufnahmen (Bissflügel- oder Periapikalaufnahmen) zur Sichtbarmachung von Sekundärkaries
- Durchleuchtung/Transillumination, Sondierung und Kältetest
- Gelegentlich digitale Diagnostik oder 3D-Röntgen (CBCT) bei komplexen Fällen
Wann muss die Brücke entfernt werden?
Eine Entfernung ist nötig, wenn die Karies unter der Brücke so weit fortgeschritten ist, dass sie die Zahnsubstanz der Pfeilerzähne zerstört oder eine dichte, saubere Versorgung nach Entfernen der Karies nicht möglich ist. Weitere Gründe:
- Undichter Kronenrand oder Lockerung der Brückenverbindung
- Wurzelentzündung oder nicht mehr erhaltungswürdiger Zahnhartsubstanz
- Notwendigkeit einer Wurzelbehandlung am Pfeilerzahn
Wie wird Karies unter der Brücke entfernt? Schritt-für-Schritt
- Aufklärung und Planung: Röntgen, ggf. Fotos und Besprechung der Optionen (Erhalt vs. Ersatz).
- Lokalanästhesie: Der Eingriff ist in der Regel schmerzfrei durch örtliche Betäubung.
- Brückenentfernung: Je nach Material und Verbund werden verschiedene Techniken eingesetzt: Zerteilen mit Hartmetall- oder Diamantbohrern, Einsatz von speziellen Zangen, Ultraschall oder Brückenremovern. Manchmal kann eine Brücke intakt entfernt und wieder verwendet werden, oft muss sie jedoch geopfert werden.
- Kariesentfernung und Aufbereitung: Nach Freilegung der betroffenen Zahnflächen wird die kariöse Substanz vollständig entfernt. Gegebenenfalls folgt eine Wurzelbehandlung, Füllungs- oder Stiftaufbau-Behandlung.
- Provisorische Versorgung: Um Funktion und Ästhetik bis zur endgültigen Versorgung zu gewährleisten, wird eine provisorische Brücke oder Krone eingesetzt.
- Definitive Wiederherstellung: Nach Ausheilung bzw. nach Abschluss der Wurzelbehandlung erfolgt die definitive Versorgung (neue Brücke, Krone oder gegebenenfalls Implantat).
Kann die Brücke wiederverwendet werden?
In seltenen Fällen lässt sich eine intakt entfernte Brücke wieder verwenden. Das hängt von Material, Passgenauigkeit und Zustand ab. Häufig ist aber eine Neubanfertigung sinnvoller, weil durch das Entfernen und die Zahnbehandlungen die Präparation der Pfeilerzähne verändert wird.
Alternativen und weiterführende Behandlungen
- Wurzelkanalbehandlung der Pfeilerzähne, dann Neuversorgung mit Kronen/Brücke
- Extraktion betroffener Pfeilerzähne und anschließende Implantatversorgung oder herausnehmbarer Zahnersatz
- Bei kleineren Läsionen manchmal konservative Reparatur und Neuverzementierung (nur wenn sicher abdichtbar)
Schmerzen, Narkose und Risiken
Der Eingriff erfolgt meist unter lokaler Betäubung; Schmerzen während der Behandlung sind somit selten. Nachbehandlungs-bedingte Beschwerden wie Druck- oder Ziehschmerz sind üblich und gut mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln steuerbar. Mögliche Risiken sind Schädigung von Zahnsubstanz beim Entfernen, Rissbildung, unvollständige Kariesentfernung oder in seltenen Fällen Nervverletzung.
Kosten und Abrechnung
Die Kosten variieren je nach Aufwand: einfache Brückenentfernung mit provisorischer Versorgung ist günstiger, umfangreiche Wurzelbehandlungen und Neuanfertigung teurer. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in der Regel nur einen Festzuschuss für Zahnersatz; zusätzliche Leistungen (z. B. höherwertige Materialien, Implantate) müssen privat bezahlt werden. Besprechen Sie vorab Kostenvoranschlag und Alternativen. Weitere Informationen finden Sie bei Ihrer Zahnärztekammer oder auf Patientenportalen wie zahnaerzte-im-netz.de und der Bundeszahnärztekammer.
Vorbeugung: Wie bleibt die Brücke länger kariesfrei?
- Gründliche Mundhygiene: Zweimal tägliches Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta
- Interdentalreinigung: Zahnseide oder Interdentalbürsten insbesondere unter Brücken
- Fluoridierung und ggf. anorganische Zusatzpflege (z. B. chlorhexidinbehandlungen kurzzeitig)
- Regelmäßige Kontrolltermine und professionelle Zahnreinigung (PZR)
- Rauchstopp und zuckerreduzierte Ernährung
Häufige Fragen (FAQ)
Tut das Entfernen weh?
Mit lokaler Betäubung ist der Eingriff meist schmerzfrei; leichte Beschwerden danach sind normal.
Wie lange dauert die Behandlung?
Das Entfernen der Brücke und die Sanierung können in einer Sitzung beginnen; vollständige Behandlung (inkl. Provisorium und endgültiger Versorgung) kann mehrere Wochen bis Monate dauern, je nach Therapie (z. B. Heilungszeit nach Wurzelbehandlung).
Wann ist ein Implantat besser als eine neue Brücke?
Wenn Pfeilerzähne nicht erhalten werden können oder aus funktionellen/ästhetischen Gründen, bietet ein Implantat oft eine stabile, schonende Alternative. Die Entscheidung hängt von Zahnsituation, Knochenangebot und Kosten ab.
Fazit
Karies unter einer Brücke ist behandelbar, sollte aber früh erkannt werden. Eine sorgfältige Diagnostik und individuelle Therapieplanung (Erhalt, Wurzelbehandlung, Neuversorgung oder Implantat) sind entscheidend. Regelmäßige Kontrollen und gute Mundhygiene reduzieren das Risiko erneuter Sekundärkaries erheblich.
Weiterführende Informationen finden Sie z. B. bei der DGZMK und der Bundeszahnärztekammer. Bei akuten Beschwerden vereinbaren Sie am besten zeitnah einen Termin in Ihrer Praxis.
Weitere Beiträge
Teilverblendete Brücken – Alles, was Sie wissen müssen
vor 3 Monaten