Chin Wing Osteotomie: Moderne Kinnkorrektur für ein harmonisches Profil
Die Chin Wing Osteotomie ist eine innovative Operation zur Profiloptimierung des Unterkiefers. In diesem Artikel erfahren Sie verständlich, wann das Verfahren eingesetzt wird, wie es abläuft, welche Vorteile und Risiken es hat und was Sie bei Vorbereitung und Nachsorge erwarten können.
Was ist die Chin Wing Osteotomie?
Die Chin Wing Osteotomie (auch „mandibular wing osteotomy“ genannt) ist eine spezielle Form der Kinn- und Unterkieferkorrektur. Anders als eine klassische Genioplastik verändert sie nicht nur das Kinnzentrum, sondern den gesamten Unterkieferrand von der Mittellinie bis zu den Kieferwinkeln in einer „Flügel“-förmigen Osteotomie. Ziel ist eine dreidimensionale, langzeitstabile Profilharmonisierung ohne Fremdmaterialien.
Indikationen: Für wen ist die Chin Wing Osteotomie geeignet?
- Unharmonisches Kinnprofil (zu kurz, zu schmal, zu weit vorne oder hinten)
- Asymmetrien des Unterkiefers
- Starke Veränderung des unteren Gesichtsdrittels, die mit klassischer Genioplastik nicht ausreichend korrigiert werden kann
- Patienten, die eine dauerhafte, körpereigene Lösung ohne Implantat wünschen
Ob die chin wing osteotomie die richtige Option ist, entscheidet Ihr Mund‑Kiefer‑Gesichtschirurg (MKG‑Chirurg) nach gründlicher Untersuchung und Bildgebung.
Wie verläuft die Operation?
Die Technik wird in der Regel intraoral (von der Mundhöhle aus) durchgeführt, so dass keine äußeren Narben entstehen. Vereinfacht lässt sich der Ablauf so beschreiben:
- Diagnostik: 3D-Röntgen (DVT/CT), Fotos, Modelle und ggf. digitale Planung.
- Osteotomie: Der Unterkieferrand wird in einer zusammenhängenden, flügelartigen Schnittführung durchtrennt.
- Verschiebung: Die Knochenlamelle wird in gewünschter Richtung verschoben (Vorschub, Rückverlagerung, Verbreiterung, Verengung, Rotation).
- Fixation: Stabilisierung mit Osteosyntheseschrauben oder Platten, meist ohne zusätzliche Implantate.
Die exakte Technik variiert je nach Befund und Zielsetzung. Für eine detaillierte, schrittweise Darstellung siehe die Fachliteratur (z. B. SpringerMedizin).
Vorteile der Chin Wing Osteotomie
- Dreidimensionale Veränderung des gesamten Unterkiefers, nicht nur des Kinns.
- Langfristige Stabilität durch Knochen‑auf‑Knochen‑Fixation.
- Keine sichtbaren Hautnarben (intraorale Zugangswege).
- Keine oder deutlich seltener benötigte Fremdmaterialien wie Silikonimplantate.
- Möglichkeit, Form und Breite des Unterkiefers gleichzeitig zu korrigieren.
Risiken und mögliche Komplikationen
Wie bei jeder Operation gibt es Risiken. Wichtige Punkte sind:
- Schwellung, Bluterguss, Schmerzen in der frühen Postoperative.
- Wundheilungsstörungen oder Infektionen.
- Nervenschäden (vor allem des Nervus mentalis) mit vorübergehenden oder selten bleibenden Sensibilitätsstörungen der Unterlippe/Chin-Region.
- Fehlende oder unerwünschte Knochenheilung, Knochenresorption.
- Änderung der Okklusion (Bisslage) — in manchen Fällen ist eine vorherige oder begleitende kieferorthopädische Behandlung notwendig.
Eine ausführliche Aufklärung im Vorgespräch ist wichtig; erfahrene MKG-Chirurgen besprechen Risikoabschätzung individuell.
Vorbereitung und Diagnostik
Vor einer chin wing osteotomie werden typischerweise durchgeführt:
- 3D-DVT/CT des Gesichtes zur präzisen Planung
- Fotodokumentation und Vermessung (Cephalometrie)
- Zahnstatus und ggf. kieferorthopädische Vorbehandlung
- Allgemeinmedizinische Abklärung (Blutwerte, ggf. Absetzen blutverdünnender Medikamente)
Heilung und Nachsorge
Direkt nach der OP sind Schwellungen und Blutergüsse typisch; die größte Schwellung tritt in den ersten 48–72 Stunden auf. Empfehlungen:
- Schonung, Kopf hoch lagern, Kühlung in den ersten Tagen
- Weiche Kost für 2–6 Wochen
- Antibiotika und Schmerzmittel nach Anordnung
- Kontrolltermine zur Röntgen‑/Klinik‑Kontrolle und Entfernung nichtresorbierbarer Fäden (falls verwendet)
Die knöcherne Konsolidierung braucht mehrere Monate; sichtbare Ergebnisse sind meist nach 6–12 Wochen zu beurteilen, endgültige Form nach 6–12 Monaten.
Alternativen zur Chin Wing Osteotomie
- Konventionelle Genioplastik (zentraler Kinnbogen)
- Chin‑Implantate (Silikon, PEAK, etc.)
- Chin Shield Osteotomie (ähnliche Techniken mit anderer Schnittführung)
- Orthognathe Chirurgie (bei funktionellen Bissanomalien)
- Füllstoffe oder Eigenfett (weniger invasiv, temporär)
Auswahl des Operateurs und Kosten
Suchen Sie einen spezialisierten Mund‑Kiefer‑Gesichtschirurgen oder plastischen Gesichtschirurgen mit Erfahrung in Profiloptimierungen. Achten Sie auf Vorher‑/Nachher‑Bilder, Referenzen und eine ausführliche Aufklärung. Kosten variieren stark je nach Umfang, Klinik und Region; ein persönliches Beratungsgespräch ist notwendig — bei rein ästhetischen Eingriffen übernehmen Krankenkassen in der Regel nicht die Kosten.
Weiterführende Links und Quellen
- Chin Wing – Wikipedia
- Chin wing osteotomy – SpringerMedizin (Fachartikel)
- Beispiel: MKG-Praxisklinik – Chin Wing Osteotomie
Häufige Fragen (Kurz‑FAQ)
Tut die Operation weh? Während der Operation werden Sie narkotisiert. Postoperativ sind Schmerzen gut behandelbar.
Wann sehe ich das Endergebnis? Sichtbare Verbesserungen nach wenigen Wochen, das endgültige Ergebnis nach mehreren Monaten bis zu einem Jahr.
Habe ich sichtbare Narben? Meist keine, da der Zugang intraoral erfolgt.
Die chin wing osteotomie bietet eine flexible, dauerhafte Möglichkeit, das Profil des Unterkiefers umfassend zu verbessern. Lassen Sie sich in einer spezialisierten Praxis individuell beraten und prüfen Sie Vorher‑Nachher‑Bilder sowie Dokumentationen ähnlicher Fälle, um realistische Erwartungen zu entwickeln.