CEREC verstehen: Digitaler Zahnersatz in einer Sitzung – schnell, präzise, langlebig
Kurz erklärt: Wie moderne CAD/CAM-Technik Zahnärzten ermöglicht, passgenauen Keramik-Zahnersatz direkt in der Praxis herzustellen — oft in nur einem Termin. Erfahre, wie der Ablauf aussieht, welche Materialien verwendet werden und für wen sich die Methode lohnt.
Was ist cerec und warum ist es wichtig?
cerec steht für CEramic REConstruction und bezeichnet ein bewährtes CAD/CAM-System zur digitalen Planung und Fertigung von zahnerhaltenden sowie prothetischen Restaurationen. Mit dieser Technologie können Zahnärzte digitale Abdruckdaten erstellen, das Ersatzteil am Computer designen und es anschließend in der Praxis fräsen und fertigstellen. Das Ergebnis: Kronen, Inlays, Onlays, Veneers oder kleine Brücken können in vielen Fällen in nur einer Sitzung eingesetzt werden — ohne Abdruckmasse, ohne temporären Zahnersatz und mit hoher Präzision.
Kurzer Ablauf: Von der Aufnahme bis zur Einprobe
- Digitale Abformung: Intraoralscanner erzeugen eine 3D-Aufnahme der Zähne.
- Design (CAD): Die restaurative Restauration wird am Bildschirm modelliert.
- Fertigung (CAM): Eine Fräseinheit fräst das Teil aus einem Keramik- oder Composite-Block.
- Nachbearbeitung: Sintern, Glanzpolieren oder Schichten, Farbangleichung.
- Einsetzen: Der fertige Zahnersatz wird adhäsiv oder konventionell befestigt.
Welche Materialien werden verwendet?
- Feldspat- und Glaskeramiken: Sehr ästhetisch, gut für Inlays und Veneers.
- Leuzit- und Lithiumdisilikat-Keramik: Hohe Festigkeit und Ästhetik; häufig für Kronen und kleinere Brücken.
- Zirkonoxid: Extrem belastbar; geeignet für hohe Belastungssituationen, häufig in mehrteiligen Versorgungen.
- Composite-Blöcke: Schneller zu fräsen, reparierbar, für temporäre oder budgetfreundliche Lösungen.
Vorteile der Chairside-Fertigung
- Sofortigkeit: Ein Termin statt mehrerer Besuche.
- Patientenkomfort: Kein Abdruckmaterial, keine provisorischen Versorgungen.
- Transparenz: Patient sieht Planung am Bildschirm und kann mitentscheiden.
- Hohe Passgenauigkeit: Digitale Workflows reduzieren Übertragungsfehler.
- Effizienz: Weniger Koordination mit externem Zahnlabor.
Nachteile und Grenzen
- Investitionskosten: Anschaffung von Scanner, Software, Fräseinheit und eventuell Brennofen ist teuer.
- Komplexe Fälle: Umfangreiche Brücken oder implantatgetragene Versorgungen werden häufiger im Labor gefertigt.
- Material- und Technikgrenzen: Nicht jede Keramik ist für sofortige Chairside-Fertigungen optimal.
- Schulung notwendig: Praxisteams benötigen Zeit und Training für effiziente Abläufe.
Indikationen: Für welche Behandlungen eignet sich die Methode?
Die cerec-Technologie eignet sich besonders für:
- Inlays und Onlays
- Kronen (einzelzahnig)
- Veneers und kleinere ästhetische Restaurationen
- Rekonstruktionen nach Wurzelkanalbehandlungen
- Teilweise auch kleine eingliedrige Brücken, abhängig von Material und Befund
Langlebigkeit und Pflege
Studien und klinische Erfahrungen zeigen, dass chairside-gefertigte keramische Restaurationen bei korrekter Indikationsstellung und Versorgung eine vergleichbare Lebensdauer wie laborgefertigte Arbeiten haben können. Regelmäßige Prophylaxe, gutes Mundhygiene-Verhalten und die Vermeidung extremer Belastungen (z. B. Bruxismus ohne Schutz) erhöhen die Lebensdauer deutlich.
Kosten: Was erwartet Patienten?
Die Kosten variieren je nach Material, Komplexität und Praxis. Da der Zahnarzt die gesamte Herstellung übernimmt, entfallen zwar Laborkosten, jedoch schlagen Anschaffungskosten und Investitionen in Technik indirekt zu Buche. Viele Praxen informieren transparent über Preise und mögliche Zuzahlungen; eine Privat- oder teils gesetzliche Erstattung hängt von Tarif und Indikation ab.
Tipps für Patienten
- Frage in der Praxis explizit nach digitalen Optionen und ob chairside-Fertigung möglich ist.
- Informiere dich über verwendete Materialien und deren Vor- und Nachteile.
- Bei Bruxismus nach Schutzschiene fragen — Schutz verlängert Haltbarkeit.
- Bestehe auf einer Probefarbe und Nachbearbeitung, damit die Ästhetik stimmt.
Vergleich: Chairside vs. konventionelles Labor
Der Hauptunterschied liegt im Workflow: Chairside erlaubt schnelle Ergebnisse in der Praxis; das Labor verfügt meist über zusätzliche Materialien, spezielle Schichttechniken und größere Fertigungskapazitäten. Bei komplexen Rekonstruktionen oder ausgeprägten ästhetischen Anforderungen kann eine Laborarbeit Vorteile bieten. Für viele Routinefälle ist die chairside-Lösung jedoch gleichwertig und deutlich komfortabler.
Blick nach vorn: Entwicklungen und Trends
Die digitale Zahnmedizin entwickelt sich rasant. Verbesserungen bei Intraoralscannern, künstlicher Intelligenz in Design-Software, schnelleren Fräs- und Sinterprozessen sowie neuen Hochleistungswerkstoffen bedeuten kürzere Behandlungszeiten und bessere Ergebnisse. Vermehrte Interoperabilität zwischen Systemen und offene Dateiformate (z. B. STL) erleichtern den nahtlosen Austausch mit externen Laboren.
Weiterführende Quellen
- Herstellerinformation (Dentsply Sirona)
- Wikipedia: CEREC
- Deutsche Gesellschaft für computergestützte Zahnheilkunde (DGCZ)
Fazit
Die cerec-Technologie hat die Behandlung von restaurativen zahnmedizinischen Fällen deutlich beschleunigt und für viele Patienten komfortabler gemacht. Sie kombiniert präzise digitale Diagnostik mit modernen Werkstoffen und ermöglicht hochwertige Restaurationen "in einer Sitzung" — vorausgesetzt, der Befund und die Indikation passen. Wer auf Komfort, Zeitersparnis und moderne Technik Wert legt, sollte sich in der Zahnarztpraxis gezielt nach dieser Option erkundigen.
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