Implantat bei 2 Zähnen nebeneinander: Entscheidung, Ablauf und Alternativen verständlich erklärt
Fehlen zwei nebeneinanderliegende Zähne, ist die Frage nach dem besten Zahnersatz häufig: zwei Implantate, eine implantatgetragene Brücke oder herkömmliche Brücke? Dieser Artikel erklärt praxisnah, wann zwei Implantate die beste Lösung sind, wie die Behandlung abläuft, welche Vor‑ und Nachteile es gibt und worauf Sie bei Kosten und Pflege achten sollten.
Das Fehlen von zwei Zähnen nebeneinander – medizinisch oft als Schaltlücke bezeichnet – stellt Zahnärzte und Patient:innen vor mehrere Behandlungsoptionen. Die am häufigsten diskutierten sind: zwei einzelne Implantate mit Kronen, eine Implantatbrücke auf zwei oder mehr Implantaten oder eine konventionelle Brückenlösung (ggf. mit Überkronung der Nachbarzähne). In diesem Beitrag erfahren Sie, wann ein Implantat für 2 Zähne nebeneinander sinnvoll ist, wie die Behandlung abläuft, welche Kosten zu erwarten sind und welche Pflege nötig ist.
Wann sind zwei Implantate nebeneinander sinnvoll?
Zwei separate Implantate kommen in Frage, wenn:
- jeweils ein eigener, belastbarer Zahnersatz erwünscht ist (ästhetik- und funktionstechnisch optimal)
- ausreichende Knochenhöhe und -breite an beiden Implantatplätzen vorhanden sind
- auf lange Sicht die bestmögliche Erhaltungsprognose ohne Belastung angrenzender Zähne bevorzugt wird
Gegenanzeigen können sein: stark reduzierter Knochen in der Breite, enge anatomische Strukturen (z. B. Nervverlauf), oder wenn wirtschaftliche Aspekte und kürzere Behandlungszeit dominieren. In solchen Fällen ist eine implantatgetragene Brücke mit nur zwei Implantaten als Pfeiler oder eine klassische Brücke eine Alternative.
Optionen im Überblick
- Zwei Einzelimplantate mit Kronen: Jede Krone sitzt auf einem eigenen Implantat. Vorteil: beste Belastungsverteilung und einfache spätere Reparatur einzelner Kronen.
- Implantatbrücke: Zwei oder mehr Implantate tragen gemeinsam eine Brücke über die Lücke (z. B. bei drei fehlenden Zähnen). Vorteil: kann Implantatzahl reduzieren, wenn Seitenknochen limitiert ist.
- Konventionelle Zahnbrücke: Nachbarzähne werden beschliffen und tragen die Brücke. Vorteil: keine Implantation; Nachteil: Risiko Schädigung gesunder Zähne.
Behandlungsablauf: Schritt für Schritt
- Beratung und Diagnostik: Klinische Untersuchung, Röntgen (OPG) oder besser 3D-Volumentomographie (DVT/CBCT) zur Planung, Anfertigung von Modellen.
- Behandlungsplan: Entscheidung über Implantattyp, Anzahl, Position, ggf. Augmentation (Knochenaufbau) und provisorischen Zahnersatz.
- Implantation: Setzen der Implantate in örtlicher Betäubung. Dauer je nach Aufwand 30–90 Minuten pro Implantat.
- Einheilphase: 8–16 Wochen (kann länger sein bei Knochenaufbau oder schlechten Heilbedingungen).
- Abutment und prothetischer Aufbau: Nach Einheilung werden Abutments (Verbindungselemente) gesetzt und schließlich Kronen oder Brücke angefertigt und eingegliedert.
- Nachsorge: Regelmäßige Kontrollen und professionelle Zahnreinigung (PZR) sind wichtig für Langlebigkeit.
Vor- und Nachteile von zwei Implantaten nebeneinander
Vorteile:
- Erhalt gesunder Nachbarzähne (keine Beschleifung)
- Gute Lastverteilung, hohe Stabilität
- Geringeres Karies- und Sekundärkaries-Risiko an Pfeilerzähnen
- Hohe Ästhetik möglich, besonders im Frontzahnbereich
Nachteile:
- Höhere Kosten im Vergleich zu einer konventionellen Brücke
- Möglicher Knochenaufbau notwendig (zusätzliche Eingriffe)
- Längere Behandlungszeit durch Heilphasen
Kosten: Was beeinflusst den Preis?
Die Kosten variieren stark je nach Region, Praxis und individuellen Faktoren. Einflussfaktoren:
- Implantattyp und -hersteller
- Notwendiger Knochenaufbau oder Sinuslift
- Anzahl der benötigten Implantate
- Prothetischer Aufwand (Einzelkronen vs. Brücke, Materialwahl Keramik/Metall-Keramik)
- Praxis- und Laborkosten, Nachsorge
Als grobe Orientierung: pro Implantat inkl. Krone liegen die Kosten in Deutschland je nach Aufwand häufig zwischen 2.000 und 4.500 EUR. Eine implantatgetragene Brücke kann günstiger sein, wenn weniger Implantate benötigt werden. Klären Sie Finanzierung und mögliche Zuschüsse durch Ihre Krankenkasse im Beratungsgespräch.
Risiken und Komplikationen
- Infektionen oder Periimplantitis (entzündlicher Knochenverlust um das Implantat)
- Wundheilungsstörungen, insbesondere bei Rauchern oder Diabetikern
- Nerv- oder Schleimhautverletzungen (selten bei sorgfältiger Planung)
- Ästhetische Probleme bei unzureichendem Weichgewebsaufbau
Viele Risiken lassen sich mit sorgfältiger Planung, guter Mundhygiene und regelmäßiger Nachsorge minimieren.
Pflege und Leben mit Implantaten
Implantate brauchen tägliche Pflege: zweimal tägliches Zähneputzen, interdental mit Floss oder speziellen Implantatzahnbürsten und regelmäßige professionelle Reinigungen. Vermeiden Sie übermäßige Belastungen (z. B. Nägelkauen) und informieren Sie Ihren Zahnarzt bei Zahnfleischrötung oder Blutungen.
Häufige Fragen (Kurzantworten)
- Wie lange halten Implantate? Bei guter Pflege Jahrzehnte; Langzeitstudien zeigen Überlebensraten von 90+ % nach 10 Jahren.
- Sind Implanationen schmerzhaft? Die OP erfolgt meist schmerzfrei unter Betäubung; danach sind Schwellungen und leichte Schmerzen möglich, gut beherrschbar mit Schmerzmitteln.
- Wer trägt die Kosten? Gesetzliche Krankenkassen zahlen in der Regel nur einen Festzuschuss für Zahnersatz; private Zusatzversicherungen können Teile decken.
Fazit
Ein Implantat für 2 Zähne nebeneinander (entweder als zwei Einzelimplantate oder als implantatgetragene Brücke) ist eine sehr langlebige und zahnsubstanzerhaltende Lösung. Welche Variante für Sie passt, hängt von Knochenangebot, Gesundheitszustand, Ästhetikansprüchen und Budget ab. Lassen Sie sich von einem erfahrenen Implantologen oder Zahnarzt anhand von DVT-Bildern und einem individuellen Behandlungsplan beraten.
Weitere Informationen und unabhängige Beratung finden Sie z. B. bei der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Implantologie (DGZI) oder der Bundeszahnärztekammer (BZÄK).
Wünschen Sie eine individuelle Einschätzung? Vereinbaren Sie einen Termin zur implantologischen Diagnostik – ein guter erster Schritt ist ein DVT-Scan und eine ausführliche Beratung.