Bluten nach Zahnziehen: Was tun? Ursachen, Tipps & wann Sie zum Arzt müssen
Ein gezogener Zahn ist oft eine Erleichterung, doch was, wenn es danach blutet? Keine Panik! Wir erklären Ihnen, warum es blutet, was Sie selbst tun können und wann es Zeit für den Zahnarzt ist. So meistern Sie die Situation souverän.
Bluten nach Zahnziehen: Ursachen, Sofortmaßnahmen und wann Sie professionelle Hilfe benötigen
Das Ziehen eines Zahnes ist ein Routineeingriff, der dennoch mit einigen Unannehmlichkeiten verbunden sein kann. Eine häufige Begleiterscheinung ist das Bluten nach dem Eingriff. In den meisten Fällen ist dies normal und lässt sich mit einfachen Maßnahmen in den Griff bekommen. Dennoch ist es wichtig zu wissen, wann die Blutung bedenklich ist und wann man einen Zahnarzt aufsuchen sollte.
Warum blutet es nach dem Zahnziehen?
Nach einer Zahnextraktion entsteht im Kieferknochen eine Wunde. Der Körper beginnt sofort mit der Wundheilung, indem er ein Blutgerinnsel (Koagel) bildet. Dieses Koagel schützt die Wunde vor Infektionen und dient als Basis für die Neubildung von Gewebe. Eine leichte Blutung ist also ein natürlicher Teil dieses Heilungsprozesses.
Die Hauptursachen für Blutungen nach dem Zahnziehen sind:
- Die Größe der Wunde: Je größer der gezogene Zahn (z.B. Weisheitszahn) oder je komplizierter die Extraktion war, desto stärker kann die Blutung sein.
- Gerinnungsstörungen: Patienten mit Blutgerinnungsstörungen (z.B. aufgrund von Medikamenten wie Aspirin oder Marcumar) neigen eher zu stärkeren oder länger anhaltenden Blutungen.
- Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten: Wie bereits erwähnt, können blutverdünnende Medikamente die Blutgerinnung beeinträchtigen und zu stärkeren Blutungen führen.
- Erhöhter Blutdruck: Hoher Blutdruck kann die Blutung verstärken.
- Manipulation an der Wunde: Häufiges Spülen, Zungenbewegungen oder das Berühren der Wunde können das Blutgerinnsel lösen und die Blutung wieder aufflammen lassen.
Was tun, wenn es nach dem Zahnziehen blutet? – Erste Hilfe Maßnahmen
Wenn es nach dem Zahnziehen blutet, können Sie folgende Maßnahmen ergreifen:
- Druck ausüben: Legen Sie ein sauberes Stofftaschentuch oder einen Mulltupfer auf die Wunde und beißen Sie fest darauf. Der Druck hilft, die Blutung zu stoppen. Üben Sie den Druck für mindestens 30-60 Minuten ohne Unterbrechung aus.
- Teebeutel: Ein feuchter, abgekühlter Schwarzteebeutel kann ebenfalls helfen. Die Gerbsäure im Tee wirkt gefäßverengend und fördert die Blutgerinnung. Legen Sie den Teebeutel wie den Mulltupfer auf die Wunde und beißen Sie darauf.
- Kühlen: Legen Sie von außen einen Kühlpack auf die Wange. Die Kälte verengt die Blutgefäße und reduziert die Blutung.
- Körperliche Schonung: Vermeiden Sie körperliche Anstrengung, Sport und anstrengende Tätigkeiten. Ruhe hilft dem Körper, sich zu erholen und die Blutgerinnung zu fördern.
- Aufrechte Haltung: Lagern Sie den Kopf hoch, um den Blutdruck im Kopfbereich zu senken.
- Vermeiden Sie Spülen: Spülen Sie den Mund nicht aus, da dies das Blutgerinnsel lösen kann.
- Kein Rauchen und Alkohol: Rauchen und Alkohol beeinträchtigen die Wundheilung und können die Blutung verstärken.
Wann ist die Blutung normal und wann muss ich zum Arzt?
Eine leichte Blutung oder ein leichtes Nachsickern in den ersten 24 Stunden nach dem Zahnziehen ist normal. Sie sollten jedoch einen Zahnarzt aufsuchen, wenn:
- Die Blutung stark ist und sich auch nach Druckausübung über längere Zeit (über 1 Stunde) nicht stoppen lässt.
- Sie große Mengen Blut verlieren.
- Sie Schwindel oder Schwächegefühle verspüren.
- Die Blutung plötzlich wieder auftritt, nachdem sie bereits gestoppt war.
- Sie starke Schmerzen haben, die sich nicht mit Schmerzmitteln lindern lassen.
- Sie Anzeichen einer Infektion bemerken (z.B. Fieber, Schwellung, Rötung, Eiter).
- Sie unter einer Blutgerinnungsstörung leiden oder blutverdünnende Medikamente einnehmen.
Was macht der Zahnarzt bei einer Nachblutung?
Der Zahnarzt wird zunächst die Ursache der Blutung feststellen. Anschließend wird er folgende Maßnahmen ergreifen:
- Reinigung der Wunde: Die Wunde wird von Blutgerinnseln und Speiseresten gereinigt.
- Blutstillung: Der Zahnarzt kann verschiedene Methoden zur Blutstillung anwenden, z.B. das Vernähen der Wunde, das Einlegen von blutstillenden Medikamenten (z.B. Kollagenvlies) oder das Verätzen der Blutgefäße.
- Anlegen eines Druckverbandes: Ein Druckverband kann helfen, die Blutung zu stoppen.
- Überprüfung der Medikamente: Der Zahnarzt wird Ihre Medikamente überprüfen und gegebenenfalls in Absprache mit Ihrem Hausarzt Anpassungen vornehmen.
Vorbeugung: Was kann ich tun, um Nachblutungen zu vermeiden?
Sie können einige Dinge tun, um das Risiko von Nachblutungen nach dem Zahnziehen zu minimieren:
- Befolgen Sie die Anweisungen Ihres Zahnarztes genau.
- Nehmen Sie blutverdünnende Medikamente nur nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.
- Vermeiden Sie Rauchen und Alkohol.
- Schonen Sie sich körperlich.
- Vermeiden Sie Manipulationen an der Wunde.
- Achten Sie auf eine gute Mundhygiene.
Fazit
Blutungen nach dem Zahnziehen sind in den meisten Fällen harmlos und lassen sich mit einfachen Maßnahmen stoppen. Wenn die Blutung jedoch stark ist, nicht aufhört oder mit anderen Beschwerden einhergeht, sollten Sie umgehend einen Zahnarzt aufsuchen. Durch die richtige Nachsorge und Vorbeugung können Sie das Risiko von Komplikationen minimieren und eine schnelle und komplikationslose Heilung fördern.
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