Weisheitszahn Krankschreibung: Wie lange, wer stellt sie aus und was du beachten solltest
Eine Weisheitszahnentfernung wirft oft die Frage auf: Bekomme ich eine Krankschreibung — und wenn ja, wie lange? Dieser Artikel erklärt praxisnah, wer die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellt, welche Dauer üblich ist, welche Faktoren die Krankmeldung beeinflussen und was du nach dem Eingriff beachten solltest.
Wann ist nach einer Weisheitszahn-OP eine Krankschreibung nötig?
Nicht jede zahnärztliche Behandlung führt automatisch zu Arbeitsunfähigkeit. Bei einer einfachen Kontrolle oder kleinen Füllungen ist eine Krankschreibung meist nicht nötig. Bei einer Weisheitszahnentfernung hingegen kommt es sehr häufig vor, dass Patientinnen und Patienten für eine oder mehrere Tage arbeitsunfähig sind — wegen Schmerzen, Schwellung, eingeschränkter Mundöffnung oder der Narkosenachwirkung.
Wer stellt die Krankschreibung aus?
- Der behandelnde Zahnarzt / Oralchirurg: In vielen Praxen stellen die Zahnärztinnen bzw. Zahnärzte nach einer operativen Weisheitszahnentfernung eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) aus. Das ist in der täglichen Praxis üblich, weil der Zahnarzt den Eingriff kennt und die voraussichtliche Ausfallzeit einschätzen kann.
- Hausarzt: Falls die Zahnarztpraxis keine AU ausstellt oder du eine längere Arbeitsunfähigkeit brauchst, ist ein Besuch beim Hausarzt sinnvoll — dieser kann die Krankschreibung verlängern oder ausstellen.
- Digital / eAU: Seit Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) werden AU-Daten zunehmend digital an die Krankenkassen übermittelt. Frage in der Praxis nach, wie die Ausstellung und Übermittlung konkret gehandhabt wird.
Wie lange dauert die Krankschreibung nach einer Weisheitszahnentfernung?
Es gibt keine pauschale Regel — die Dauer hängt vom Eingriff und individuellen Faktoren ab. Orientierungswerte aus der Praxis:
- Einfacher, minimalinvasiver Eingriff (ein oder zwei Zähne, lokale Betäubung): meist 1–3 Tage
- Entfernung mehrerer Zähne oder aufwändigere chirurgische Eingriffe (Weisheitszähne verlagert/steil stehend, Knochenabtrag): oft 3–5 Tage
- Operation unter Vollnarkose oder bei umfangreichen Eingriffen: 5–7 Tage oder länger
- Bei Komplikationen (Infektion, Nachblutungen, Alveolitis sicca) kann eine Ausfallzeit deutlich länger nötig sein
Dein Zahnarzt wird die voraussichtliche Dauer individuell einschätzen — die tatsächliche Genesung kann aber variieren.
Welche Faktoren beeinflussen die Dauer der Krankschreibung?
- Art und Umfang des Eingriffs: Anzahl der entfernten Zähne, Lage im Kiefer, ob Knochen entfernt werden musste.
- Art der Betäubung: Lokalanästhesie erlaubt oft kürzeren Ausfall; Vollnarkose oder Sedierung können zu längerer Erholungszeit führen.
- Berufsanforderungen: Bei körperlich belastender Arbeit (z. B. Bau, Handwerk) wird meist länger krankgeschrieben als bei sitzender Büroarbeit oder Homeoffice.
- Vorerkrankungen und Medikamente: Blutgerinnungshemmer, chronische Erkrankungen oder ein geschwächtes Immunsystem können die Heilung verlängern.
- Postoperative Verläufe: Schwellungen, Schmerzen, Fieber oder Wundheilungsstörungen verlängern die Arbeitsunfähigkeit.
Praktische Hinweise: Was solltest du vor und nach der OP regeln?
- Sprich vor dem Eingriff mit deinem Arbeitgeber über den geplanten Termin und mögliche Ausfallzeiten. Manche Arbeitgeber verlangen die AU schon am ersten Tag, rechtlich ist das aber unterschiedlich geregelt — viele fordern die Bescheinigung spätestens am dritten Krankheitstag.
- Klär im Vorfeld, ob dein Zahnarzt eine AU ausstellt. Wenn nicht, plane einen kurzen Hausarztbesuch ein.
- Organisiere eine Begleitperson für die Heimfahrt, falls du sediert oder in Vollnarkose warst.
- Halte die empfohlenen Schonmaßnahmen ein: ruhen, Kühlung in den ersten 24 Stunden, weiche Kost, kein Rauchen, keine starken körperlichen Anstrengungen.
Worauf musst du achten, wenn die Krankschreibung verlängert werden muss?
Wenn Schmerzen, Schwellungen oder andere Probleme länger anhalten, vereinbare einen Kontrolltermin beim Zahnarzt oder suche deinen Hausarzt auf. Die AU kann in der Regel vor Ort verlängert werden. Informiere deinen Arbeitgeber rechtzeitig über die Verlängerung und lasse dir die Krankschreibung neu ausstellen oder elektronisch übermitteln.
Anzeichen für Komplikationen — wann du sofort handeln solltest
- Starke oder zunehmende Schmerzen trotz Schmerzmedikation
- Heftige Nachblutung, die nicht stoppt
- Fieber > 38 °C oder allgemeines Krankheitsgefühl
- Taubheitsgefühl im Kinn, der Lippe oder Zunge (Hinweis auf Nervverletzung)
- Eiter oder starker Mundgeruch, deutliche Schwellung mit Schluck- oder Atembeschwerden
In solchen Fällen sofort die Praxis oder eine Notfallambulanz aufsuchen — Komplikationen können die Arbeitsunfähigkeit deutlich verlängern.
Versicherung, Krankengeld und Entgeltfortzahlung
Bei Krankheit hast du grundsätzlich Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber für bis zu sechs Wochen (vorausgesetzt, du warst längere Zeit im Betrieb beschäftigt). Wenn die Arbeitsunfähigkeit darüber hinaus andauert, zahlt die Krankenkasse unter bestimmten Voraussetzungen Krankengeld. Detaillierte Regeln findest du bei deiner Krankenkasse oder beim Betriebsrat.
Weiterführende Informationen
Gute Informationsquellen sind zahnärztliche Praxen, Krankenkassen und medizinische Portale. Beispiele:
- NetDoktor – Nach der Weisheitszahn-OP
- Apotheken Umschau – Weisheitszahn-OP
- Frage auch direkt in deiner Zahnärztlichen Praxis nach den lokalen Abläufen zur Ausstellung der Krankschreibung.
Fazit
Eine Krankschreibung nach einer Weisheitszahn-OP ist in der Praxis üblich und wird je nach Eingriff und Beruf für 1–7 Tage oder länger ausgestellt. Sprich vor dem Eingriff mit deinem Zahnarzt über die voraussichtliche Ausfallzeit, kläre die Art der Ausstellung der AU und organisiere im Zweifel eine Verlängerung über Hausarzt oder Zahnarzt. Halte dich streng an die Nachsorgehinweise, um Komplikationen zu vermeiden und die Erholungszeit zu verkürzen.
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